SJB-Bennewirtz-Markt-Frage-Subprime-Krise: Warum machen die USA und Großbritannien die Deutsche Bank für die “Subprime-Krise” verantwortlich?

05. September 2011 von um 22:52 Uhr
Facettenreiche Märkte - kommentiert von Gerd Bennewirtz.Am ersten Tag schuf Gott die Sonne. Der Teufel den Sonnenbrand. Am zweiten Tag schuf Gott das Geschlecht. Der Teufel die Ehe. Am dritten Tag schuf Gott einen Öko­nomen. Das war eine Herausforderung. Der Teufel dachte lange nach und schuf... noch einen Ökonomen. Lesen Sie hier, wie der aktuelle Stand ist. ...

Die SJB Handelstrategie für Fonds ist die Antizyklik! SJB-Fonds-Markt-USA-Immobilienkrise: Was Investoren, Sparer und Anleger aktuell interessiert! Die MarktFrage heute, die im Zusammenhang mit Investmentfonds steht: Warum machen die USA und Großbritannien die Deutsche Bank für die “Subprime-Krise” verantwortlich? Die Deutsche Bank bekommt aus den USA und Großbritannien viel Druck wegen ihres Geschäftsgebarens im Vorfeld der „Subprime-Krise“ 2006/2007. Das spüren auch Anleger und FondsManager und strafen die Bank trotz weiter guten Gewinnprognosen am 05. September 2011 mit einem Kursrutsch von -8,86 Prozent ab. Deutschlands größte Bank ist nicht das einzige Geldinstitut, das Vorwürfen und Klagewellen ausgesetzt ist. Investoren und FondsVerantwortliche beobachteten diese Entwicklung genau. Im Visier der Finanzfahnder stehen unter anderem auch Goldman Sachs, die Bank of America, deren Abteilung Merrill Lynch, JP Morgan Chase, Citigroup und Morgan Stanley sowie die britischen Geldhäuser HSBC und Barclays sowie die beiden Schweizer Institute UBS und Credit Suisse. Ist das gerechtfertigt? Antworten liefert SJB FondsSkyline FondsVerwalter Bennewirtz aus Korschenbroich.

Die neuen Anschuldigungen gegen die Deutsche Bank werden von der Federal Housing Finance Agency (FHFA) erhoben. Das ist die Aufsichtsbehörde der beiden verstaatlichen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae. Diese beiden Institute gehören zu den US-Kredithäusern, die von den Mitte 2007 massive steigenden Forderungsausfällen am privaten Immobilienmarkt am stärksten betroffen waren. Diese als von Anlegern und FondsProfessionals als „Subprime-Krise“ bezeichnete Marktentwicklung gilt als Auslöser für die anhaltende globale Finanz- und Wirtschaftskrise, die FondsInvestoren, Aktienmärkte und die SJB FondsVerwaltung bis heute beschäftigt. Der Kern der Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und andere Banken besteht darin, dass die Kreditinstitute den desolaten Zustand des US-Immobilienmarkts frühzeitig erkannt, aber ihre Anlegern trotzdem zu Investitionen in diesem Marktsegment geraten hätten. So hatte die Deutsche Bank am 3. Januar 2007 die Übernahme der Mortgage IT Holdings, einen auf die Vergabe, den Ankauf und die Verbriefung von Wohnimmobilienkrediten spezialisierten Real Estate Investment Trust (REIT) für den Preis von 324 Millionen Euro gemeldet. Nach eigenen Angaben war das Ziel der Akquisition: „die Verbreiterung unserer Verbriefungsplattform, die uns den Zugang zu einem stetigen Zufluss an Immobilienkrediten ermöglicht, die wir in den Kapitalmärkten platzieren können.“ Das heißt, die Bank hat über diesen Kanal genau die Form forderungsbesicherter Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS, bzw. Mortage Backed Securities, MBS) vertrieben, die Katalysator der Abwärtsbewegung der Märkte gewesen sind, nachdem die Forderungsausfälle der Kreditnehmer in den USA zunahmen. Auch in FondsPortfolios sind diese Papiere platziert worden. In Zahlen: Von den mehr als 39.000 Hypotheken, die MortgageIT zwischen 1999 und 2009 für das staatliche Bürgschaftsprogramm einreichte, waren bis Juni dieses Jahres gut 12.900 ausgefallen. Den Angaben zufolge musste der amerikanische Staat bislang mit gut 386 Millionen Dollar für die Kreditausfälle geradestehen. Mit diesen Angaben konkretisiert die FHFA die bereits im Mai 2011 eingereichte Klage eines US-Bundesgerichts gegen die Deutsche Bank. Sie basierte auf einem 639-seitigen Bericht eines Senatsausschuss zur Finanzkrise, in dem die Deutsche Bank als Fallstudie insgesamt 46 Seiten einnahm. Danach hätte das Kreditinstitut forderungsbesicherte Wertpapiere an ihre Anleger verkauft, deren Qualität von Assetexperten und FondsManagern intern als „Mist“ und „Schweine“ verunglimpft worden war. Insgesamt warf die Deutsche Bank zwischen Ende 2006 und 2007 15 neue ABS und MBS mit einem Volumen von fast 11,5 Milliarden Dollar auf den Markt. Pikant: Die Bank sicherte dieses Segment durch Hedgefonds-Strategien ab und verdiente rund 1,5 Milliarden US-Dollar, als die Kurse fielen. Privatanleger und FondsInvestoren waren in diese Sicherungsstrategie nur gering einbezogen. Die FHFA kommentiert diese Transaktionen so: „Das unrechtmäßige Handeln ging nach der Übernahme von MorgageIT durch die Deutsche Bank im Januar 2007 nicht nur weiter, sondern wurde noch schlimmer”, heißt es in der neuen Klageschrift. Der Klageschrift zufolge werden finanzielle Schäden durch Hypothekenanleihen über insgesamt fast 200 Milliarden Dollar geltend gemacht – davon entfallen mehr als 14 Milliarden Dollar auf die Deutsche Bank. Ähnlich kritisch beurteilt das Serious Fraud Office (SFO) diese Geschäfte. Die britische Finanzaufsicht untersuche, ob Finanzinstitute ihren Investoren beim Verkauf von forderungsbesicherten Wertpapieren und in Großbritannien falsche Informationen lieferten, heißt es von dort. Noch sei offiziell kein Untersuchungsverfahren eröffnet worden, weil stichhaltige Beweise für eine vorsätzliche Betrugsabsicht fehlen. Die bisher aus den USA an die Deutsche Bank gerichteten Schadensersatzforderungen liegen in Milliardenhöhe. Eine Sprecherin des deutschen Branchenprimus sagte, das Institut werde sich entschlossen zur Wehr setzen. Die Vorwürfe seien unbegründet.

SJB Fazit von Gerd Bennewirtz: Die Politik sucht die Schuldigen für die Finanz- und Wirtschaftskrise und macht sich zum Anwalt von privaten Anlegern. Das ist ein guter und richtiger Schritt. Entscheidend für Märkte und FondsInvestoren wird sein, ob den Klagen und rechtskräftige Urteile folgen. Wenn es auf das Prinzip hinausläuft: „Die Kleinen henkt man, die Großen lässt man laufen“, kann diese Symbolpolitik zum Rohrkrepierer werden. Märkte, Anleihen, Aktien, Investmentfonds und Vermögensverwalter brauchen Transparenz, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. Nur so können FondsInvestments eine werthaltige Entwicklung nehmen. Bis hier eine klare Linie erkennbar ist, werden FondsManager und Privatanleger reine Bankeninvestments zurückhaltend betrachten. Ein FondsEngagement in einen Finanzaktienfonds wie dem DWS Financials (WKN 976991, ISIN DE0009769919) sollten Anleger unter diesen Umständen genau beobachtet werden. Die Aktie der Deutsche Bank – Muttergesellschaft der FondsTochter DWS – gab im Tagesverlauf am 05. September rund -9,00 Prozent ab. Solange aber keine Bodenbildung erkennbar ist, sollten FondsInvestoren besser abwarten. Ein schneller Ausgang der „Klagewelle“ ist für betroffene Anleger nicht in Sicht: Der Prozess dürfte sich über Jahre hinziehen. Zudem muss seitens der Behörden eine Betrugsabsicht nachgewiesen werden. Für Bankenfonds und ihre Investoren droht eine volatile Marktphase.

 

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag!

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Kategorien: Markt. Facettenreich.
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