SJB-Bennewirtz-Fonds-Wissen: Was machen Rentenfonds bei sinkenden Ratings?

04. Dezember 2011 von um 10:00 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! SJB-Fonds-Wissen-Rentenfonds-Investment-Grade-Rentenfonds: Was einen Investor, Sparer und Anleger aktuell interessiert! Die WissensFrage heute, die im Zusammenhang mit Investmentfonds steht: Was machen Rentenfonds bei sinkenden Ratings? Rentenfonds investieren zum überwiegenden Teil  in verzinsliche Wertpapiere und börsengehandelte Anleihen wie zum Beispiel Unternehmensanleihen, Staatsanleihen oder Pfandbriefe, aber auch in Spezialitäten wie Wandelanleihen, Optionsanleihen oder Zero-Bonds. Außerdem erlaubt die EU-Richtlinie OGAW den Einsatz von Geldmarktinstrumenten und Derivaten. „Rentenfonds galten für Sparer, Anleger und Investoren immer als grundsolide, sogar etwas langweilige Anlage“, sagt Gerd Bennewirtz, FondsSpezialist und Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich. „Das hat sich mit der Subprimekrise 2007 gründlich geändert. Heute sind die Anleihenmärkte mit billigem Geld geflutet und von Derivaten überwuchert. Aus dem Sandkasten ist ein Dschungel geworden.“

Liebe FondsBlogger, in Deutschland können Sparer, Anleger und Investoren zum Ende des dritten Quartals 2011 aus rund 2.500 Aktienfonds und rund 1.600 Rentenfonds (Volumen: 182 Milliarden Euro) auswählen. Anhand ihrer Rendite- und Risikoquellen lassen sich unterschiedliche Typen von Rentenfonds unterscheiden. Die wichtigsten Renditequelle der Rentenfonds für Sparer, Anleger und Investoren sind die vereinbarten Zinserträge (Kupon) und die Kursgewinne an den Anleihenmärkten.

Die Gesamtrendite von Anleihen im Portfolio eines Rentenfonds wird maßgeblich beeinflusst von den Leitzinsen der Zentralbanken und der Duration (Kurssensibilität gegenüber Zinsänderungen). Beide Größen unterliegen zum Leidwesen der Sparer, Anleger und Investoren letztlich politischen Entscheidungen. Der Kurs einer Anleihe verhält sich entgegengesetzt zum Zinssatz: Steigen die Leitzinsen, werden die „neuen“ Anleihen mit hohem Kupon attraktiver als die „alten“ im Portfolio des Rentenfonds. Diese werden nun massenhaft abgestoßen, die Kurse sinken. Sinken die Leitzinsen, ist es umgekehrt: Die „alten“ Papiere werden gegenüber den „neuen“ Niedrigzinsanleihen zu steigenden Kursen gehandelt. Je länger die Restlaufzeit der Anleihe ist, desto stärker ist dieser Kurseffekt, nach oben wie nach unten. Sparer, Anleger und Investoren haben das seit 2009 schmerzlich zu spüren bekommen.

Rentenfonds enthalten Anleihen, und Anleihen sind Schuldner-Gläubiger-Papiere. Risiko und Rendite eines Rentenfonds hängen für Sparer, Anleger und Investoren wesentlich von der Kreditwürdigkeit (Bonität) des Gläubigers ab. Seit 1975 werden Unternehmen und Staaten von den Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch auf ihre Bonität hin geprüft und benotet. Anleihen mit hoher Qualität und geringer Ausfallwahrscheinlichkeit  tragen den so genannten „Investment Grade“ (AAA bis BBB), Anleihen mit geringeren Werten den „Non-Investment Grade“. Solche Anleihen mit hohem Ausfallrisiko werden als „High Yield“ (Hochzins) oder „Junk Bonds“ (Müllanleihen) bezeichnet. Denn es gilt die Regel für Sparer, Anleger und Investoren: Je niedriger die Bonität, desto höhere Zinsen bzw. Risikoprämien wollen Sparer, Anleger und Investoren haben. Bei einem Zahlungsausfall stehen die Sparer, Anleger und Investoren vor Verlusten, wenn sie nicht in das Sondervermögen eines Rentenfonds eingezahlt haben.

Der Manager eines Rentenfonds kann unter „normalen“ Marktbedingungen auf eine Reihe von Maßnahmen zurückgreifen, um das Rendite-Risiko-Profil seines Rentenfonds zu regulieren: Er kann High Yields aus den Schwellenländern beimischen, um Risikoprämien zu verdienen. Er kann die Duration verlängern und einen erkannten Trend verstärken. Er kann Risiken wie Währungsschwankungen mithilfe von Derivaten absichern. Oder er kann, wenn es ganz schlimm kommt, für 12 Monate ausschließlich Bankguthaben halten. Das ist zwar nicht zur Freude der Sparer, Anleger und Investoren, aber besser, als Verluste zu realisieren.

Und wenn die Marktbedingungen nicht normal sind? In der Finanzkrise findet auf den Anleihenmärkten vor den Augen der Sparer, Anleger und Investoren eine Umwertung aller Werte statt. Seit Mitte 2010 ist ein Trend zu kurzfristigen Anleihen zu beobachten: Die Kurzläufer bieten den Managern von Rentenfonds mehr Flexibilität, auf plötzliche Kurseinbrüche zu reagieren. Die Langläufer bieten zwar höhere Renditen, dafür aber auch höhere Risiken. Niemand kann mit Gewissheit sagen, dass ein europäischer Staat in den nächsten 10 Jahren vor Insolvenz geschützt ist. Folge: Die Nachfrage „am langen Ende“ geht zurück, die Risikoprämien für diese Papiere schießen in die Höhe. Für Sparer, Anleger und Investoren unerwartete Bonitätsrisiken haben auch bei Rentenfonds die Entwicklung beschleunigt: Ratingabstufungen innerhalb der Euro-Zone, früher undenkbar, sind in Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien Realität. Ländern mit Top-Rating, die eben erst noch gemeinsam mit Deutschland  „Elite-Bonds“ auflegen wollten wie Belgien oder Frankreich, werden von den Ratingagenturen eingeholt.

Jüngstes Beispiel ist Belgien, das von Standard & Poor’s vergangenen Freitag von seinem Top-Rating um eine Stufe auf „AA“ herabgestuft und mit einem „negativen“ Ausblick versehen worden war. Für zehnjährige Staatsanleihen musste das Land am Montag 5,66 Prozent zahlen. Das ist der höchste Stand seit der Euro-Einführung – und kann trotzdem noch als „glimpflich“ betrachtet werden. Denn am Sekundärmarkt notierten zehnjährige belgische Bonds unmittelbar vor der Auktion mit einer Rendite von 5,83 Prozent. An den Anleihemärkten und unter den Rentenfonds schwindet offenkundig der Glauben, dass die Politik die Lage in den Griff bekommt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) musste Spekulationen über ein Milliardenhilfspaket über 600 Milliarden Euro für Italien zurückweisen, nachdem das Land erneut bei einer Anleiheauktion patzte. Seit Tagen liegen die Renditen für Italiens Staatsanleihen über der gefährlichen Marke von 7 Prozent. Irland und Portugal schlüpften bei ähnlichen Werten unter den Euro-Rettungsfonds – andernfalls wären sie unter der Zinslast zusammengebrochen.

SJB-Fazit von Gerd Bennewirtz: Wenn Staatsanleihen nicht kontrollierbar sind, drängen sich für Sparer, Anleger und Investoren im Anleihensegment Rentenfonds auf, die sich auf Unternehmensanleihen spezialisieren. Die Unternehmensbilanzen sind nach Analyse der Rentenfonds gesund und viele Firmen sind in dem schwierigen Umfeld auf der Kostenseite sehr diszipliniert. Die Fundamentaldaten auf Unternehmensseite sprechen somit in vielen Rentenfonds für Unternehmensanleihen, zum Beispiel aus dem Hochzinssegment (High Yield).

Nach dem Ausverkauf im August und September ist der Markt attraktiv bewertet, besonders für mittel- und langfristig orientierte Sparer, Anleger und Investoren. Trotzdem machen technische Faktoren, der unsichere wirtschaftliche Ausblick und die Volatilität am Markt es den Rentenfonds schwer, auf kurze Sicht die Marktrichtung einzuschätzen. „Die europäische Schuldenproblematik sowie die globalen Wachstumssorgen werden auch weiterhin das Sentiment der Sparer, Anleger und Investoren“, so Bennewirtz. Aus diesem Grund werden die Märkte für Hochzinsanleihen und für Staatsanleihen fürs erste weiter stark korrelieren. Das bedeutet: Je größer die Unabhängigkeit und die Streuung der Rentenfonds, desto besser für Sparer, Anleger und Investoren. Beispiele sind der Rentenfonds DWS Invest Euro Corporate Bonds (WKN DWS0M3, ISIN LU0300357554) sowie der Johannes Führ Mittelstands-Rentenfonds (WKN A0YAYG, ISIN DE000A0YAYG5).

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag!

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