SJB-Bennewirtz-Fonds-Wissen: Was spricht gegen prozyklisches Investieren?

05. Dezember 2011 von um 18:44 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! SJB-Fonds-Wissen-Strategie-Prozyklik: Was einen Investor, Sparer und Anleger aktuell interessiert! Die WissensFrage heute, die im Zusammenhang mit Investmentfonds steht: Was spricht gegen prozyklisches Investieren? „prozyklisches Investieren wird in der Fachliteratur meist mit Herdenverhalten gleichgesetzt, sagt Gerd Bennewirtz, FondsSpezialist und Geschäftsführer der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich. „Und dann wird stets Einstein zitiert: Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein. Die SJB sieht prozyklisches Verhalten nicht weniger kritisch und doch differenzierter: Nämlich aus Sicht der  Sparer, Anleger, Investoren.“

Liebe FondsBlogger, prozyklisches Investieren steht für das Handeln mit dem Markt.  Sparer, Anleger, Investoren, die ein prozyklisches Verhalten zeigen, kaufen in den steigenden Markt, in dem mehr Käufer als Verkäufer unterwegs sind, und rechnen damit, dass sie nicht die letzten Käufer des Fonds sein werden und deswegen mit einem hohen Kurs rechnen können. Ein solches Herdenverhalten kann aus Sicht der einzelnen  Sparer, Anleger, Investoren durchaus rational sein. Riskant für  Sparer, Anleger, Investoren ist, dass prozyklisches Verhalten in der Summe oft irrationale Konsequenzen ergibt. Beispiele haben wir vor der Nase. Europäische Banken werfen derzeit Staatsanleihen für etliche Milliarden Euro auf den Anleihenmarkt und bringen durch ihr prozyklisches Verhalten kriselnde Euro-Staaten wie Spanien und Italien immer stärker in Bedrängnis. Während die Manager der Banken unter Druck stehen, riskante Anlageklassen abzubauen, müssen die schwächelnden Euro-Länder immer höhere Zinsen zahlen. Die Banken zeigen ein prozyklisches Investitionsverhalten und verschärfen damit die Krise.

Doch auch die Banken handeln nicht etwa irrational: Ihr prozyklisches Verhalten ist zum Teil erzwungen, weil sonst wegen der zu kurzfristig orientierten Bilanzierungsregeln saftige Abschreibungen drohen. Die Konsequenzen sind gravierend: Durch den Verkauf der Staatsanleihen nehmen die Banken billigend in Kauf, dass sich die Euro-Krise immer weiter zuspitzt und auf weitere Länder überspringt. Ein Ende des Trends durch prozyklisches Verhalten der institutionellen Investoren ist nicht abzusehen. Die Marktpreise für die Schulden von gefährdeten Ländern werden mutmaßlich sinken, weil Banken ihre Staatsanleihen weiter auf den Markt werfen. Ein so prozyklisches Investieren wird durch die höheren Kapital- und Liquiditätsanforderungen der Regulierungsbehörden noch verstärkt. Nach der Finanzkrise 2008 hielt die Politik die Banken ausdrücklich an, prozyklisches Investieren zur Richtlinie zu machen und in liquide Anlagen wie Staatsanleihen zu investieren, um künftige Krisen besser zu überstehen. Weil Staatsanleihen lange als absolut sicher galten, müssen sie als einzige Anlageklasse nicht mit Eigenkapital unterlegt werden – eine Einladung für prozyklisches Investieren. Doch die Zeiten haben sich grundlegend geändert: Staatsanleihen sind längst nicht mehr sicher. Beim “Blitz-Stresstest” der europäischen Bankenaufsicht im Oktober mussten Banken alle Staatsanleihen zum Marktwert ansetzen. Das Ergebnis des prozyklisches Treibens: Den Banken drohen Milliarden-Abschreibungen, wenn sich die Situation in den Krisenländern nicht entspannt.

Größter Käufer der Staatsanleihen ist nach Expertenmeinung die Europäische Zentralbank (EZB), die mehr als 173 Milliarden Euro in griechische, portugiesische, italienische, irische und spanische Anleihen gesteckt hat und somit ihrerseits prozyklisches Verhalten an den Tag legt. Die zweitgrößte Käufergruppe dürften, da sie national empfindende  Sparer, Anleger, Investoren als Kunden haben, einheimische Versicherer und Pensionsfonds sein. Und auch Hedgefonds werden zu den Käufern gezählt, zu deren Vorlieben prozyklisches Investieren bislang nicht gezählt wurde. Doch bei der aktuellen Renditenentwicklung von Staatsanleihen werden angesichts der Panik viele Reformen, die Staaten wie Spanien und Italien eingeleitet haben, ignoriert.

Womit wir beim Restaurant und dem Mannheimer Ökonomieprofessor Martin Weber wären. „Wenn ich an einem Lokal vorbeigehe und es sitzen viele Leute drin“, erklärt der Professor die Ausgangslage für prozyklisches Verhalten, „dann habe ich ein positives Signal: Das Lokal muss gut sein. Sind nur drei Leute drin, könnte das aber auch daran liegen, dass es draußen regnet oder dass die drei nur auf die Toilette mussten. Man weiß eben nicht, ob die Information, die man bekommt, zufällig ist oder ob sie aussagekräftig ist. Und die, die mein Handeln auf dem Markt sehen, wissen nicht einmal, welche Information ich habe und woher ich sie habe. Ich verkaufe eine Griechenland-Anleihe, weil ich mich gerade über etwas geärgert habe. Die anderen verkaufen auch, weil sie glauben, dass ich aussagekräftige Informationen habe. Und der Letzte, der am Markt ankommt, der Privatanleger, der denkt, alle haben verkauft, da wird schon was dran sein.“ Das bedeutet: prozyklisches Investieren erhöht für  Sparer, Anleger, Investoren die Gefahr, zu den Letzten zu gehören. Und den Letzten beißen bekanntlich die Hunde.

SJB-Fazit von Gerd Bennewirtz. Was spricht gegen prozyklisches Investieren? Wenn die Lage nicht so ernst wäre, würde man die Ökonomen gern trösten. Denn sie haben weder prozyklisches Investieren mit seinen Folgen noch überhaupt etwas vorausgesehen. Die moderne Makroökonomie müsse sich inhaltlich wie methodisch komplett neu erfinden, erklärten die Ökonomen auf ihrer Tagung in Atlanta. Viele beschäftigen sich nicht mit der Welt, in der wir leben, sondern mit der Welt, in der sie gerne leben würden“, so Benjamin Friedman aus Harvard. „Unsere Modelle sind einfach, elegant und falsch.“ Und Raghuram Rajan, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, kommt zum Schluss: „Früher war der perfekte Markt der Ausgangspunkt unserer Modelle – in Zukunft sollten wir besser von der Grundannahme ausgehen, dass nichts funktioniert.“ Und wissen Sie, welche Investmentstrategie schon immer von dieser Prämisse ausgegangen ist? Das antizyklische Investieren. Zum Beispiel in erfolgreiche Unternehmer Europas mit dem FT UnternehmerWerte (WKN A0KFFW, ISIN DE000A0KFFW9) und in erfolgreiche Unternehmer Asiens mit dem Invesco Asia Infrastructure Fund (WKN A0JKJC, ISIN LU0243955886).

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag!

Empfehlung von FondsVerwalter Bennewirtz für den FondsBlog und den FondsBlogger: Sie wollen mehr FondsAuskünfte von Ihrer SJB FondsSkyline? Sie wünschen sich eine direkte Antwort auf Ihre individuelle(n) FondsFrage oder FondsFragen bevor Sie Fonds, Funds oder einen Fund kaufen? Sie wollen als Anleger, Sparer und Investor neben der Frage: – Was spricht gegen prozyklisches Investieren? – vertiefende Informationen, Nachrichten und Analysen auch Auskünfte rund um das Thema Geldanlage und zu Fonds sowie den Spezialthemen finden? Diese finden Sie auf allen auch hier verlinkten SJB Internetseiten. Ob Beratung, Verwaltung oder Rabatte. Kein Problem. Einfach Anfragen. Für Kunden gibt es zukünftig das FondsPortal mit direktem, exklusiven Depotzugang. Bis Sie Kunde sind lieber Blogger, Ihre direkte Frage einfach hier im Blog, oder kurz unter Fragen stellen. Alternativ besuchen Sie uns doch einfach einmal zu einem Webinar, Seminar oder direkt zu einer individuellen Beratung in unserem Büro in Korschenbroich. Wir freuen uns immer. Genau auf Sie!

Kategorien: Wissen. Konzentriert.
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