SJB-Fonds-StandPunkte: Josef Ackermann fürchtet neue Finanzkrise, melden die Gazetten. So ganz stimmt das nicht. Es sind eher die langwierigen Folgen der alten Krise, die dem Chef der Deutschen Bank Sorgen machen. Auf einer Tagung des Handelsblatts rechnete Ackermann gestern vor, dass der Einbruch der Aktienmärkte weltweit rund 5 Billionen Euro ausgemacht habe. Die Märkte für Staatsanleihen schwankten so stark wie selten. Und nicht einmal der Aufwärtstrend beim Gold verlaufe stabil. „All dies“, sinniert Ackermann, „erinnert an den Herbst 2008.“ Liebe FondsBlogger, so ist ein helles Pfeifen im dunklen Wald, wenn Ackermann einschränkt, dass der europäische Bankensektor im Vergleich zu 2008 deutlich besser kapitalisiert und weniger abhängig von kurzfristiger Liquidität ist. Das gilt nämlich längst nicht für alle: Einige europäische Banken haben seit Jahresanfang durch die Kursturbulenzen ein Drittel ihrer Marktkapitalisierung eingebüßt. Und das mit der Liquidität stimmt nur theoretisch. Praktisch horten die Geschäftsbanken das Geld bei der EZB, statt es sich gegenseitig auszuleihen. Vom letzten Freitag auf diesen Montag stiegen die eintägigen Einlagen um 25 Prozent von 121 auf 151 Milliarden Euro. Zinssatz: Unterirdische 0,75 Prozent.



