SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist der Scheinkontenskandal bei Wells Fargo zu bewerten?

14. September 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie ist der Scheinkontenskandal bei Wells Fargo zu bewerten? Ihre Werbung. Hier?„Im Revier der US-Großbanken gibt es den nächsten Skandal. Offenbar sind bei dem Bankriesen Wells Fargo Millionen fingierter Konten geführt worden, von denen die angeblichen Inhaber gar nichts wussten. Einziges Ziel des groß angelegten Betruges: Die Provisionen des Vertriebs in die Höhe zu schrauben und zugleich mit einer manipulierten Zahl von angeblichen Kontoeröffnungen Stärke zu demonstrieren“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Ereignisse in der US-Bankenwelt zusammen. Der US-Senat hat mittlerweile Untersuchungen in die Wege geleitet, und auch die Notenbank Fed erwartet Aufklärung, wie es über Jahre hinweg zu solch illegalen Praktiken kommen konnte. Weitere brisante Details zum US-Scheinkontenskandal finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die US-Banken haben ein neues Imageproblem, denn der Skandal um Millionen fingierter Bankkonten beim US-Finanzdienstleister Wells Fargo zieht immer weitere Kreise. Wie konnte ein solch groß angelegter Betrug, bei der die Bank über Jahre Millionen von Scheinkonten führte, nur um Vertriebsprovisionen in die Höhe zu treiben und interne Umsatzziele zu erreichen, überhaupt so gut funktionieren?

Die Antwort könnte man bei Carrie Tolstedt suchen, einer Top-Managerin von Wells Fargo, die neun Jahre lang die Kontrolle über das Geschäft mit privaten Girokonten hatte. Tolstedt erhielt im letzten Jahr Vergütungen im Wert von insgesamt neun Millionen US-Dollar, da es ihre Vertriebstruppen schafften, die Kunden der Bank zur Eröffnung einer rekordverdächtigen Zahl von Konten zu bewegen. Die Sache hatte nur einen Haken: Die meisten dieser angeblichen Kunden wussten gar nichts davon, dass sie Girokonten bei der Bank eröffnet hatten.

Über Jahre hinweg wurden unter der Ägide von Tostedt Scheinkonten im Namen bestehender Kunden eröffnet, die andere Finanzdienstleistungen über die Bank in Anspruch genommen hatten. Dies war möglich, da Wells Fargo auch Versicherungen sowie Baufinanzierungen anbietet und das Vertriebspersonal so Zugang zu entsprechenden Daten hatte. Das große Betrugskarussell hatte nur ein Ziel: Die Provisionen von Bankangestellten in die Höhe zu treiben und interne Vertriebsziele zu erreichen.

Doch nun bekommt Wells Fargo die Quittung und muss eine immense Rechnung bezahlen: Eine Strafe von 185 Millionen US-Dollar haben die US-Aufsichtsbehörden über das Institut verhängt, das den Scheinkontenskandal mit einem immensen wirtschaftlichen wie reputationsmäßigen Schaden büßen muss. Dagegen wirken die 2,6 Millionen US-Dollar wie „Peanuts“, die als weitere Kosten und Konsequenzen aus dem Skandal auf Wells Fargo zukommen. Denn einen Betrag in dieser Höhe muss Wells Fargo an seine betrogenen Kunden zurückzahlen, die auf insgesamt zwei Millionen nur als „Luftbuchung“ vorhandenen Konten Gebühren, Überziehungszinsen und andere Gelder bezahlt haben.

Schon am vergangenen Wochenende schaltete Wells Fargo großformatige Anzeigen in den US-Printmedien, um seine Kunden um Verzeihung zu bitten – doch der Imageverlust des Geldhauses wie auch der US-Bankenbranche insgesamt wird nicht so leicht zu beheben sein. Kunden fragen sich vor allem, warum eine so absurde und zugleich illegale Praxis so lange funktionieren konnte. Über Jahre existierten die Scheinkonten, und im Hause Wells Fargo war das Problem offenbar bekannt. Nicht umsonst hat das Finanzinstitut über die letzten Jahre bereits über 5.000 Mitarbeiter im Vertriebsbereich entlassen, die der Versuchung nicht widerstehen konnten, ihre Bezüge durch fingierte Konten aufzubessern.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie ist der Scheinkontenskandal bei Wells Fargo zu bewerten? Eine umfassende Untersuchung der skandalösen Vorgänge rund um zwei Millionen Scheinkonten ist das Mindeste, was Investoren und Verbraucher erwarten dürfen. Warum war die Eröffnung betrügerischer Konten so einfach, warum ging die Sache derart lange gut? Es sieht ganz danach aus, als ob falsch gesetzte finanzielle Anreize Vertriebsmitarbeiter dazu verleitet haben, hohe Risiken einzugehen und massiv gegen Gesetze zu verstoßen. Der Scheinkontenskandal rückt erneut die gesamte Bankenbranche ins Zwielicht, die sich ohnehin für zu lasche oder fehlende Kontrollen sowie die rücksichtslose Gewinnorientierung ihrer Mitarbeiter rechtfertigen muss. Klar ist: Die Risiken und Verhaltensweisen, die zur letzten großen Finanzkrise im Jahre 2008 geführt haben, sind bei den Banken alles andere als ausgemerzt. Zudem funktionieren Überwachungs- und Kontrollmechanismen nicht, denn sonst hätten solch skandalöse Vorgänge niemals so lange unbemerkt bleiben können. Gerade in den USA ist eine straffere Bankenaufsicht vonnöten, um zukünftig die US-Konsumenten, aber auch alle Anleger weltweit vor ähnlichen Betrügereien zu schützen!

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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