SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll Griechenland der nächste Schuldenschnitt gewährt werden?

28. Januar 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll Griechenland der nächste Schuldenschnitt gewährt werden? „Die Wahlen in Griechenland sind vorbei, und wie erwartet hat die Linkspartei Syriza eine klare Mehrheit für sich verbuchen können. SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.Griechenlands neuer Ministerpräsident Alexis Tsipras hat längst mit deutlichen Worten klar gemacht, dass er das EU-Sparprogramm beenden will und einen erneuten Schuldenschnitt für sein Land erwartet“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Griechenland zusammen. „Soll Hellas ein neuerlicher Schuldenerlass gewährt werden, damit das Land wieder auf die Beine kommt, oder sollten die Griechen ihre Zukunft lieber außerhalb des Euro-Raumes suchen und die Drachme wiedereinführen? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, Griechenlands neu vereidigter Ministerpräsident Alexis Tsipras liefert widersprüchliche Signale an die Staaten der EU-Währungsunion. Zum einen betont Tsipras, dass sein Land in der Eurozone bleiben und weiterhin den Euro als Landeswährung behalten möchte. Zum anderen fordert Tsipras vehement einen neuen Schuldenschnitt für das akut vom Staatsbankrott bedrohte Land und will das mit der Troika vereinbarte Spar- und Rettungsprogramm neu verhandeln.

Wenn Griechenland den Schuldendienst für die mit langen Laufzeiten und konkurrenzlos niedrigen Zinsen versehenen Hilfskredite einstellt, so dürften die Hilfszahlungen an Athen sehr bald gestoppt werden. Bereits Ende Februar könnte das Land, das trotz aller Hilfen und des bereits vollzogenen Schuldenschnitts weiter nicht auf eigenen Beinen stehen kann, in die Insolvenz schlittern. Aber wie sollen Wahlversprechen wie höhere Renten, die Wiedereinstellung von entlassenen Staatsbediensteten und neue Sozialleistungen finanziert werden, wenn nicht wieder mit fremdem Geld?

Klar ist: Die Bereitschaft hochrangiger deutscher Politiker wie auch der EU-Finanzminister zu erweiterten Hilfsmaßnahmen oder gar einem zweiten Schuldenschnitt ist äußerst gering. Die Bundesregierung und die Euro-Partner lehnen einen neuerlichen Schuldenschnitt ab, so dass sich schnell die Frage stellt: Griechenland will mit der neuen Regierung Tsipras in der Eurozone bleiben, doch was soll aus dem Rettungsprogramm und den Schulden werden? Kann tatsächlich das gesamte Spar- und Hilfspaket neu verhandelt werden?

Großes Verständnis von den EU-Offiziellen kann Tsipras mit seinem Linksbündnis Syriza nicht erwarten. Für einen Forderungsverzicht gegenüber Athen gebe es nicht viel Unterstützung, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Montag in Brüssel. Dijsselbloem begrüßte zwar, dass die neue Regierung in der Eurozone bleiben wolle, rief Athen aber in aller Deutlichkeit auf, sich an entsprechende Regeln und Verpflichtungen zu halten. Die Probleme in Griechenland seien immer noch da, betonte der Niederländer, weshalb es „viel Arbeit zu tun“ gebe. In der Kernfrage nach neuen Hilfen oder gar einem Schuldenerlass blieb Dijsselbloem hart: Die Eurogruppe habe schon viel unternommen, um die Schuldenlast Griechenlands zu mindern, beispielsweise über niedrige Zinsen und gestreckte Kreditlaufzeiten. Deshalb sei es fraglich, ob weitere Hilfen realistisch seien.

Die EU kann auch deshalb hart bleiben, weil ein Euro-Austritt Griechenlands seinen Schrecken längst verloren hat. Die Euro-Zone als Ganzes scheint aktuell nicht gefährdet, Länder wie Portugal, Irland oder Spanien haben durch ihre Sparpolitik und mit Hilfe der niedrigen Zinsen ihre Situation deutlich verbessert. Einzig und allein in Griechenland ist nicht viel passiert. Die Staatsschulden in Griechenland werden im aktuellen Jahr 2015 rund 169 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen und damit die maximal erlaubten 60 Prozent weiter deutlich überschreiten. Vor drei Jahren hatten Privatinvestoren und Banken bereits einen „freiwilligen“ Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland akzeptiert, gebracht hat dies wenig. Ohne neue EU-Hilfspakete steht Griechenland bereits Ende Februar vor dem Staatsbankrott.

Da ist es verständlich, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf der Einhaltung bereits bestehender Verträge besteht und den Griechen im anderen Falle eine Zukunft außerhalb der EU-Währungsunion nahelegt. „Niemand drängt Griechenland irgendetwas auf, aber die Verpflichtungen gelten“, betonte Schäuble, es mache überhaupt keinen Sinn, über einen Schuldenschnitt zu reden. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht „keinen dringenden Handlungsbedarf“ und hebt hervor: Griechenland werde sich an den Auflagen orientieren müssen, die es übernommen hat.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll Griechenland der nächste Schuldenschnitt gewährt werden? Im Falle Griechenlands und seiner neuen Regierung wedelt derzeit der Schwanz mit dem Hund. Alexis Tsipras ist nicht in der Situation, irgendwelche Forderungen an die EU zu stellen, alles was er tun muss, ist, eine klare Ansage zu machen: Will Griechenland weiter im Euro-Raum bleiben, dann müssen dessen Spielregeln beachtet, Schulden zurückbezahlt und Reformen durchgesetzt werden. Oder will das Land sehenden Auges in den Staatsbankrott schlittern, die Drachme wiedereinführen und sich nur auf seine eigene, äußerst bescheidene Wirtschaftskraft verlassen? In diesem Fall dürfte es allen griechischen Rentnern und Arbeitslosen noch weit schlechter gehen als bei einer Fortsetzung des zugegebenermaßen strengen Sparpakets, das aber mit Blick auf die langfristige Wirtschaftserholung in Hellas ohne Alternative ist.

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