SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Bekommt Geld bald ein Verfallsdatum?

18. Juni 2014 von um 11:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Bekommt Geld bald ein Verfallsdatum? „Bereits durch die fortgesetzte Niedrigzinsphase der EZB findet eine fortwährende Enteignung der Investoren und Sparer statt, die sich mit Renditen unterhalb der Inflationsrate begnügen müssen. Doch es könnte noch viel toller kommen: Nachdem die Euro-Währungshüter bereits den „Strafzins“ für ihr Geld bei der EZB Ihre Werbung. Hier?parkende Banken eingeführt haben, sind weitere Modelle zur Geldentwertung in der Diskussion“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in der Zins- und Geldpolitik zusammen. „Wird Geld bald mit einem Verfallsdatum versehen, werden Geldscheine mit bestimmten Endnummern durch eine Art Lotterie entwertet? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der Einstieg in die planmäßige Geldentwertung ist längst vollzogen: Erstmals in der Geschichte der Eurozone verlangt die EZB Strafzinsen von Banken, die Geld bei ihr parken, anstatt dafür Kredite zu vergeben. Doch wird diese Maßnahme ausreichen, um einer drohenden Deflation zu entgehen bzw. der auf einen Niedrigstand von gerade einmal 0,5 Prozent gefallenen EU-Inflationsrate wieder Auftrieb zu verleihen?

Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, und so basteln die Strategen innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) an weiteren Tricks, um eine künstliche Geldentwertung zu erzielen: So könnte Bargeld etwa per Lotterie entwertet werden, auch ein direktes Verfallsdatum für Geldscheine ist denkbar. EZB-Präsident Mario Draghi machte bei der letzten geldpolitischen Sitzung Anfang Juni klar, dass die EZB mit ihren Maßnahmen noch keinesfalls am Ende sei. Gerade erst hatte Draghi als erster Chef einer großen Notenbank einen negativen Einlagenzins verkündet, eine Maßnahme, mit der bereits in Dänemark schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Doch dies schert den Italiener wenig, der betonte, zur weiteren Erhöhung der Liquiditätsschwemme zu neuen „unkonventionellen Maßnahmen“ bereit zu sein.

Schon die Entscheidung, den Geschäftsbanken zukünftig einen negativen Strafzins von -0,1 Prozent auf bei der EZB geparktes Geld aufzubrummen, ist ein Novum und in seinen Auswirkungen unter Ökonomen höchst umstritten. So sollen die Geldhäuser gezwungen werden, Barmittel nicht einfach zu bunkern, sondern die Liquidität in Form von Krediten an die Wirtschaft weiterzureichen. Derart soll die Konjunktur, insbesondere in den weiter kriselnden EU-Peripherieländern, angekurbelt werden.

Doch damit nicht genug; die EZB-Ökonomen gehen noch einen Schritt weiter. In ihren Gedankenspielen, wie auch Privatleute zum Geldausgeben getrieben werden können, diskutieren sie unterschiedlichste Modelle. Der Knackpunkt: Wer sein Geld nicht ausgibt, soll Gefahr laufen, dass es wertlos wird. Dabei sind verschiedene Ansätze denkbar: Eine erste Möglichkeit bestünde darin, Geldscheine mit bestimmten Endnummern an einem festgelegten Zeitpunkt für ungültig zu erklären. Welche Scheine das sind, würde das Los entscheiden. Sparer müssten immer in der Angst leben, dass ihr Geld plötzlich wertlos wird, und würden so zu verstärktem Konsum gezwungen. Ein weiteres Gedankenspiel aus den EZB-Türmen: Jeden Tag, an dem ein Geldschein im Umlauf ist, soll er an Wert verlieren. Dabei könnte der aktuelle Wert des Scheines auf einem Magnetstreifen festgehalten werden, der auch die allmähliche Geldentwertung dokumentiert.

Bekommt Geld in diesem Sinne ein „Verfallsdatum“, wären die Auswirkungen ähnlich: Investitionen und Konsumentscheidungen würden vorgezogen, da ansonsten ein ständiger Wertverfall des Geldes droht. Das letzte Gedankenmodell zur Geldentwertung, das bereits an die Öffentlichkeit gedrungen ist, hat es gleichfalls in sich: Man könnte Barzahler prinzipiell benachteiligen und sie dazu verpflichten, höhere Preise zu bezahlen. Die Konsequenz: Cashbestände würden abgebaut, das Geld flösse idealerweise wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück.

SJB FondsSkyline. Fazit.Bekommt Geld bald ein Verfallsdatum?Auch wenn es sich bei den obigen Modellen noch um Gedankenspiele handelt, könnten sie doch schneller als von vielen erwartet Wirklichkeit werden. Vorerst sind nur die negativen Einlagenzinsen Realität, die vorzugsweise die Banken betreffen – doch es ist keinesfalls gesagt, dass diese nicht über allgemeine Gebührenerhöhungen an die Sparer weitergegeben werden. Auch ein negativer Leitzins in der Eurozone ist möglich, sollte die konjunkturelle Schwächephase in der EU andauern. In diesem Fall würde das Geld auf dem Konto von selbst immer weniger wert; nur wer das Ersparte gleich wieder ausgibt, hätte so etwas von seinem Vermögen. Die größte Gefahr für Privatanleger bleiben aber die Gedankenspiele der EZB um eine pauschale Geldentwertung: Wenn Banknoten mit einer bestimmten Seriennummer durch Losentscheid vom einen auf den anderen Tag ihren Wert verlieren oder Geldscheine über Magnetstreifen ein Ablaufdatum erhalten, wird die durch die Niedrigzinsphase begonnene Enteignung der Sparer nochmals auf die Spitze getrieben. Investoren sollten wachsam sein und ihre Vermögenswerte auch außerhalb des Euroraums breit streuen, um nicht durch die plötzliche Einführung eines „Schwundgeldes“ auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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