SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind Euro-Bonds wirklich die einzige Lösung?

11. April 2013 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sind Euro-Bonds wirklich die einzige Lösung? „Star-Investor Georg Soros hat in seiner Frankfurter Rede klare Worte an Deutschland und Kanzlerin Angela Merkel gerichtet: Deutschland solle entweder Euro-Bonds akzeptieren oder aus dem Euro austretenfasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die Rede der Hedgefonds-Legende in ihrer Quintessenz zusammen. „Nur Deutschland könne den kriselnden Euro noch retten, müsse sich aber dazu zwischen diesen beiden Alternativen entscheiden, betonte Soros. Hat die Investmentlegende mit dieser Einschätzung recht, oder wird hier durch die Hintertür die ‚Schuldenunion’ eingeführt, die beim Start der Eurozone als ausgeschlossen galt?“ Kritische Anmerkungen zur Position von Soros finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, in seiner Rede an der Frankfurter Goethe-Universität hat Star-Investor Georg Soros seine Einschätzung mehr als deutlich gemacht: Nur Deutschland könne den Euro noch retten, müsse sich dazu aber zwischen zwei Alternativen entscheiden: Den ungeliebten Euro-Bonds oder einem eigenen EU-Austritt. Was gerade nicht funktioniere, so Soros weiter, sei ein Weitermachen wie bisher. Denn Deutschland habe stets nur das Nötigste getan, um den Zerfall der Eurozone und das Überleben der Einheitswährung zu garantieren.

Dies sei jedoch für eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise zu wenig. Deutschland müsse mehr als unbedingt nötig tun und die Eurozone dauerhaft stabilisieren. Aufgrund seiner Wirtschaftskraft sei eben nur Deutschland zu dieser Anstrengung fähig und müsse sich nun entscheiden: Gemeinsame Schuldpapiere der Euroländer, also die Euro-Bonds, zu akzeptieren oder die Eurozone ganz zu verlassen.

Welche der zwei Varianten er persönlich bevorzuge, machte Soros ebenfalls in Frankfurt klar: Die Einführung von Euro-Bonds sei die beste Lösung. Aber auch der EU-Austritt Deutschlands sei durchaus möglich und würde, da er den Wert des verbliebenen „Rest-Euro“ voraussichtlich stark schwächen würde, ebenfalls eine Hilfe für die EU-Problemstaaten bedeuten. Wichtig sei vor allem eine Entscheidung Deutschlands, da ein bloßes Fortführen des gegenwärtigen Zustands über kurz oder lang ein Zerbrechen der Eurozone zur Folge hätte.

Was ist von Soros’ Empfehlungen an Deutschland zu halten? Kurz gesagt herzlich wenig, denn der US-Investor empfiehlt den Deutschen die Einführung genau des Prinzips, das beim Start der Euro-Zone zu Recht vehement ausgeschlossen wurde: die gesamtschuldnerische Haftung der Euro-Länder, also ein Aufkommen für die Schulden des jeweils anderen EU-Landes. Dies wäre selbst dann der falsche Weg, wenn die Maastricht-Kriterien eingehalten würden und die jeweilige Staatsverschuldung in den festgelegten Grenzen bliebe. So aber bilden Euro-Bonds in doppelter Hinsicht einen verkehrten Anreiz: Zuerst können wirtschaftsschwächere EU-Staaten durch Bilanztricks oder unzulässige Verschuldungsquoten einen immensen Schuldenberg aufbauen, der dann durch die solide wirtschaftenden und haushaltspolitisch verantwortungsvoll agierenden Euro-Länder abgetragen werden soll. Ein Staat wie Deutschland wäre doppelt bestraft: Zum einen müsste er höhere Zinsen auf seine Staatsanleihen bezahlen, als es seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht, zum anderen müsste er für die Schulden von Staaten aufkommen, die die zuvor aufgestellten Regeln missachten und hierdurch – möglicherweise vollkommen zu Recht – vor dem Staatsbankrott stehen. Dies ist, mit Verlaub gesagt, von Georg Soros etwas zu viel von Deutschland verlangt, nur um den Erhalt des Euro und der Euro-Zone zu garantieren.

SJB FondsSkyline. Fazit. Sind Euro-Bonds wirklich die einzige Lösung? Wenn Soros den Deutschen die Einführung einer gemeinsamen Haftung der EU-Staaten als „Lösung“ der Euro-Krise vorschlägt, denkt er ganz aus der Perspektive des Großanlegers, der sich um die von ihm getätigten Investments sorgt. Soros erwartet – wie in den USA – eine im Hintergrund tätige Notenbank, die im Notfall Geld in unbegrenzter Höhe druckt, um so alle zuvor aufgehäuften Schulden zu begleichen. Auch Japan geht mittlerweile ähnlich vor. In der Eurozone könnte dieses „Füllhorn“ für eine in jeder Hinsicht unbegrenzte Liquiditätsversorgung aber nur von den Deutschen ausreichend befüllt werden, weshalb Soros die Lösung der Euro-Krise konsequenterweise an Deutschland verweist. Doch wenn Staatspleiten nicht mehr möglich sind und selbst griechische und zyprische Schulden in beliebiger Höhe bezahlt würden, wäre die Eurozone als ein Zusammenschluss starker und solider Volkswirtschaften nur noch eine Farce. Wichtiger als die Einführung von Euro-Bonds wäre es deshalb, die Einhaltung zuvor beschlossener Stabilitätskriterien stärker zu kontrollieren und zu sanktionieren. Auch dann ist im Ergebnis mit einer Stärkung der Euro-Zone zu rechnen, die im Endeffekt allen Mitgliedsländern hilft. Die Finanzierung fremder Staatschulden mit dem Geld der deutschen Steuerzahler ist hingegen abzulehnen.

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