SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommt jetzt der ungeordnete Brexit?

12. Oktober 2017 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommt jetzt der ungeordnete Brexit? Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.„Bei den Gesprächen in Brüssel zwischen EU-Vertretern und der britischen Regierung sind weiter keinerlei Fortschritte sichtbar – doch allmählich wird die Zeit knapp. Werden keinerlei Vereinbarungen getroffen, vollzieht sich der Austritt der Briten aus der Europäischen Union chaotisch und regellos“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um den Brexit zusammen. „Die britische Premierministerin Theresa May benutzt Drohungen mit einem ungeordneten Brexit dazu, um endlich Bewegung in die Gespräche mit Brüssel zu bringen. Doch davon sollten sich die Europäer nicht beeindrucken lassen – die negativen Folgen für Großbritannien wären noch viel größer als diejenigen für die Eurozone. Alles Weitere zu diesem kontroversen Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, die Brexit-Gespräche in Brüssel kommen nicht voran, und so reden Premier Theresa May und ihre Minister nun davon, dass London sich auf einen „ungeordneten Brexit“ vorbereiten müsse. Doch dieser als Drohung gegen die Europäer gedachte Warnschuss dürfte nach hinten losgehen: Denn der Stillstand in Brüssel belastet vor allem die britische Wirtschaft, während die Vertreter der Eurozone der Sache entspannt gegenübertreten können. Die Drohgebärde ist vor allem als ein Zeichen der zunehmenden Verzweiflung der britischen Regierung zu werten, denn die Unternehmen auf der Insel werden unruhig.

Der britische Finanzminister Philip Hammond betonte am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Unterhauses, für alle nur denkbaren Szenarien zu planen. Es sei auch nicht auszuschließen, dass es einen kompletten Zusammenbruch der Beziehungen mit der EU gebe, ließ er verlauten. Am Dienstag hatte bereits das britische Handelsministerium verlauten lassen, dass Großbritannien überlege, dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta mit den USA, Kanada und Mexiko beizutreten – ein klarer Affront gegen die Europäische Union. Zudem veröffentlichte die Regierung zwei Papiere zur Wiedereinführung von Zöllen.

Die Idee der Briten: Ihre vollmundigen Ankündigungen sollen den Druck auf die EU erhöhen, in den Gesprächen in Brüssel zu Zugeständnissen bereit zu sein. Es läuft bereits die fünfte Verhandlungsrunde, ohne dass nennenswerte Ergebnisse erzielt worden wären – zu den wirklich wichtigen Fragen ist man noch gar nicht vorgedrungen. Die britische Regierung will die erste Phase der Gespräche endlich abschließen und über das künftige Handelsabkommen mit der EU verhandeln. Die Europäer mahnen zuvor weitere Fortschritte bei ihren drei Kernforderungen an: Die Rechte der EU-Bürger in Großbritannien zu sichern, den Status der irischen Grenze zu klären und die Austrittsrechnung zu präsentieren.

Grund dazu, allmählich nervös zu werden, haben vor allem die Briten: Denn der Wirtschaftsausblick für Großbritannien ist zunehmend eingetrübt: Der Internationale Währungsfonds hob diese Woche seine Wachstumsprognosen für alle großen Industrieländer an – außer für Großbritannien. Als Begründung dafür führten die Ökonomen die durch den Brexit geschaffene Unsicherheit an: Diese „Wolke der Unsicherheit“ sei ein Dämpfer für die britische Wirtschaft, die so schnell wie möglich vertrieben werden müsse.

Die britische Regierung steht unter Zugzwang, denn die Unternehmen im Land verlangen Planungssicherheit. Dies betrifft insbesondere die britischen Banken, die spätestens im ersten Quartal 2018 eine Entscheidung über einen möglichen Umzug in die EU treffen müssen. Doch noch weiß niemand in Brüssel oder London, wie das künftige Verhältnis aussehen wird. Finanzminister Hammond, der als der europafreundlichste Minister im britischen Kabinett gilt, appellierte jetzt an die Einsicht der Europäer. Man wolle möglichst bald über die künftigen Handelsbeziehungen reden, formulierte er „eine kleine Bitte“. Der Forderung des Brexit-Flügels, für das kommende Jahr Milliarden Pfund in seinem Haushalt für Zoll- und Grenzanlagen einzuplanen, erteilte er hingegen eine Absage. Hammond sagte, er werde kein Geld verplanen, solange sich ein ungeordneter Brexit noch abwenden lasse.

SJB FondsSkyline. Fazit. Kommt jetzt der ungeordnete Brexit? In den Verhandlungen zwischen Großbritannien und Europäischer Union ist keine Annäherung zu erkennen, den Regierungsvertretern und Unterhändlern läuft die Zeit davon. Doch mit der Drohung, notfalls einen ungeordneten Brexit zu riskieren, hat sich Premierministerin Theres May ins eigene Fleisch geschnitten. Das dann ausbrechende Chaos dürfte für Großbritannien noch weitaus schwerer wiegen als für die Europäer. Wegen den schwerwiegenden ökonomischen Konsequenzen – vor allem für die so wichtige Finanzbranche – müssen die Briten einen regellosen EU-Austritt weit mehr fürchten als die Europäer auf dem Festland. Mays Versuch, die Vertreter der Europäischen Union unter Druck zu setzen, ist damit zum Scheitern verurteilt.

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