SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum parken die Banken trotz Minuszins ihr Geld weiter bei der EZB?

08. März 2017 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum parken die Banken trotz Minuszins ihr Geld weiter bei der EZB? SJB Fonds Echo. Analysiert.„Eigentlich soll der Negativzins der Europäischen Zentralbank (EZB) die Geschäftsbanken davon abschrecken, ihr Geld bei der Notenbank zu parken. Nach den Plänen von EZB-Präsident Mario Draghi sollten die Gelder vielmehr in die Kreditvergabe fließen und so die Wirtschaft in der Eurozone ankurbeln“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die mit dem Minuszins verbundenen Erwartungen zusammen. „Doch jüngst veröffentlichte Daten der EZB zeigen: Es funktioniert nicht. Europäische Banken zahlen lieber Strafzinsen in Milliardenhöhe, als ihre Einlagen als Kredite an die Kunden weiterzureichen. Welche Gründe hat diese offensichtliche Fehlentwicklung?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die gerade publizierten Daten der EZB sprechen eine deutliche Sprache: Europas Banken zahlen lieber Strafzinsen von mehreren Milliarden Euro, als Kredite an ihre Kunden auszureichen. Im Detail sehen die Zahlen so aus: Seit Juni 2014, als die EZB den Einlagenzins für Geschäftsbanken unter null Prozent gesenkt hat, sind die Einlagen bei Banken aus dem Euro-Raum um 802 Milliarden Euro angestiegen. Die Daten der Zentralbank bis Ende Januar 2017 zeigen weiter: Die Ausleihungen an Unternehmen außerhalb des Finanzsektors und Verbraucher im Währungsraum sind im gleichen Zeitraum um 169 Milliarden Euro geklettert, während die Einlagen bei der EZB, die über die erforderlichen Reserven hinausgehen, um 1,1 Billionen Euro zugelegt haben.

Zuvor hatte die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz in insgesamt vier Schritten bis auf minus 0,4 Prozent heruntergefahren. In der Konsequenz müssen die europäischen Geschäftsbanken jährlich 0,4 Prozent Zinsen auf die von ihnen bei der EZB geparkten Überschussreserven zahlen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat zusammengerechnet, wie viel Gelder im vergangenen Jahr an die Notenbank geflossen sind: Die durch den Negativzins eingenommenen Beträge summieren sich auf 3,6 Milliarden Euro.

Doch weshalb sind Europas Geldhäuser bereit, diese hohen Kosten auf sich zu nehmen, wenn sie vermeintlich attraktive Zinseinnahmen durch die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Konsumenten erzielen können? Ganz offensichtlich ist die Politik der EZB, durch den Negativzins die Kreditvergabe und letztlich auch das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln, gescheitert. Denn eigentlich soll der „Strafzins“ die Fremdkapitalkosten der Banken nach unten drücken und dadurch das Kreditgeschäft anschieben. Doch das Gegenteil ist der Fall: In einer ganzen Reihe von Ländern der Eurozone haben Banken die Darlehensvergabe reduziert, weil sie mit notleidenden Krediten und schwacher Kapitalausstattung zu kämpfen haben. Marktbeobachter berichten, dass es wenig Nachfrage nach frischem Geld wegen der Unsicherheiten über die Zukunft des Welthandels und der Bedenken über das künftige EU-Wachstum gebe. Zudem habe die Banken- und Staatsschuldenkrise in einigen Euro-Ländern auch die grenzüberschreitende Kreditvergabe gedämpft.

Obwohl einige Banken in der EU institutionelle Investoren und Großanleger für Einlagen zur Kasse gebeten haben, sind die von Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gehaltenen Mittel um 18 Prozent angestiegen, seit die Zinsen in negatives Terrain abgerutscht sind, zeigen die jüngsten EZB-Daten. Eine ähnliche Entwicklung ist bei den Spareinlagen von Privatpersonen festzustellen: Die Beträge dieser Investoren, die für Einlagen in der Regel nicht mit einem Strafzins belastet werden, haben um 7,6 Prozent zugelegt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum parken die Banken trotz Minuszins ihr Geld weiter bei der EZB? Die Pläne der EZB, die sich mit dem Negativzins verbunden haben, sind damit geplatzt: Weder wird von Unternehmen in großem Stil investiert, noch vergeben die Banken großzügig Kredite. Und auch die Konsumenten in der Eurozone halten sich angesichts zunehmender Unsicherheiten zurück. Dafür sind die anderen Folgen des Minuszinses umso sichtbarer: Die Rentabilität der Banken wird durch geringe Zinsmargen gedrückt, die Einlagen bei der EZB, die nicht in Kredite fließen, verursachen immense Kosten – eben die in 2016 gezahlten Strafgebühren von über 3 Milliarden Euro. In der Konsequenz sind die Netto-Zinserträge der 20 größten Banken der Eurozone im vergangenen Jahr um fünf Prozent gesunken. Doch nicht nur das sorgt für Druck auf die Ergebnisse der Banken: Zugleich mussten die Rückstellungen für Kreditverluste um 27 Prozent erhöht werden. Letztlich bleibt ein Rückgang von fast 50 Prozent bei den Nettogewinnen auf 33 Milliarden Euro, der nicht nur den Branchenriesen zu schaffen macht. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Banken im Euroraum den vermeintlich sicheren Weg wählen und anstatt die Einlagen ihrer Kunden als Darlehen weiterzureichen, lieber mehrere Milliarden Euro an Mario Draghis EZB bezahlen, um das Geld dort zu parken.

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