Wie unterscheidet sich der Nordea 1 – Stable Return Fund von Risk-Parity-Modellen?

09. April 2014 von um 12:00 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Der Nordea 1 – Stable Return Fund gehört im laufenden Jahr zu den am stärksten nachgefragten Mischfonds am deutschen FondsMarkt. Dies liegt mit Sicherheit auch an den erfreulichen Performanceergebnissen. Während viele Fonds mit sjb_nordea_mit_anzeige_180_165Risk-Parity-Konzept Probleme haben, überhaupt eine positive Rendite zu erreichen, legte der Stable Return Fund im laufenden Jahr bereits um +1,72 Prozent auf Eurobasis zu. Was aber unterscheidet den ausgewogenen Mischfonds von den Investmentprodukten, die ihren Fokus vor allem auf eine gleich gewichtete Risikoverteilung legen? Dieser Frage soll im folgenden Beitrag nachgegangen werden.

Der Nordea 1 – Stable Return Fund BP-EUR (WKN: A0HF3W, ISIN: LU0227384020) ist um den Wunsch vieler Anleger nach Stabilität herum konzipiert worden. Im November 2005 und damit noch lange vor dem Ausbruch der Finanzkrise wurde dieser Multi-Asset-Fonds ins Leben gerufen. Sein Hauptziel: Ohne große Schwankungen langfristige und stabile Erträge zu erwirtschaften. Mittlerweile besitzt der Fonds neben der thesaurierenden auch eine ausschüttende Tranche (WKN: A0J3XL, ISIN: LU0255639139).

Die Hauptmerkmale des Stable Return Fund sind eine besonders sorgfältige Risikostreuung sowie ein langfristiger Anlagehorizont: Investitionsentscheidungen werden stets auf Basis einer Risikobetrachtung über drei Jahre vorgenommen. Im Rahmen eines zuvor festgelegten Risikobudgets wird neben Anleihen auch in besonders wertstabile internationale Aktien investiert. FondsManager Asbjorn Trolle Hansen bevorzugt dabei eine solide strategische Allokation, anstatt zu versuchen, kurzfristige Marktschwankungen auszunutzen. Im Ergebnis gelingt es dem Stable Return Fund, stabile Renditen bei einer geringen Volatilität zu erwirtschaften. Die zum Jahresende 2013 erreichten Kennzahlen legen davon Zeugnis ab: Über die letzten fünf Jahre wurde eine annualisierte Rendite von +7,33 Prozent in Euro erzielt, und dies mit einer sehr geringen jährlichen Schwankungsneigung von lediglich 4,83 Prozent.

Bei dem Nordea 1 – Stable Return Fund spielt der Begriff des Risikos eine zentrale Rolle. Die Allokation des FondsVermögens wird auf Basis einer Risikobudgetierung vorgenommen, die Risikokontrolle genießt gegenüber dem Erzielen höchstmöglicher Erträge Priorität. Trotzdem ist der Stable Return Fund kein Risk-Parity-Fonds und muss notwendigerweise von den Mischfonds abgegrenzt werden, die eben dieses Konzept verfolgen. Der vielleicht bekannteste Risk-Parity-Fonds ist der Invesco Balanced-Risk Allocation Fund (WKN: A0N9Z0, ISIN: LU0432616737) von FondsManager Scott E. Wolle, der sich in den drei Vermögensklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe engagiert. Zentrales Ziel des Multi-Asset-Fonds: Die unterschiedlichen Asssetklassen sollen einen stets gleichen Risikobeitrag zum Gesamtportfolio liefern. In Zeiten stärkerer Schwankungen eines einzelnen Vermögenswertes wird demnach dessen Gewichtung reduziert. Die Vorteile dieser Verteilung des Portfoliorisikos: Das Risk-Parity-Modell stellt sicher, dass die Auswirkungen von Kursschwankungen oder Wertverlusten einzelner Anlageklassen auf die Gesamtrendite begrenzt sind. Doch das Prozedere kann den Mischfonds mit gleicher Risikogewichtung auch zum Nachteil gereichen: Denn wenn einzelne Anlageklassen nicht die erwarteten Renditen liefern, kann und darf dem Risk-Parity-Konzept zufolge die Gewichtung anderer Assetklassen nicht einfach erhöht werden.

Die Folgen hiervon zeigen sich vor allem in der aktuellen Niedrigzinsphase: Die Anleiherenditen sind extrem gesunken, zugleich war im Börsenjahr 2013 die Kursentwicklung von Rohstoffanlagen negativ. Bei Risk-Parity-Fonds reicht das dritte Standbein, die Aktienquote, in diesem Fall nicht mehr dazu aus, ein den FondsAnleger zufriedenstellendes Gesamtergebnis zu erwirtschaften. So konnte der Invesco Balanced-Risk Fund im Gesamtjahr 2013 eine nur leicht positive Gesamtrendite von +1,12 Prozent in Euro verzeichnen – ein Wert, der unter Berücksichtigung der aktuellen Inflationsrate nicht zum realen Vermögenserhalt ausreicht. Die gute Wertentwicklung im Aktienbereich konnte bei dem Invesco-Produkt die Kursabschläge bei Anleihen und Rohstoffen nicht hinreichend kompensieren.

Und genau in diesem Zusammenhang werden die Vorteile des flexibleren Anlagekonzeptes des Nordea 1 – Stable Return Fund deutlich. Der Mischfonds kombiniert Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente zwar auch unter Aspekten der Risikominimierung, muss jedoch keine vorbestimmte Aufteilung zwischen den einzelnen Assetklassen einhalten. Basis der Strategie ist ein zuvor festgelegtes Risikobudget, das nicht überschritten werden darf. Das FondsManagement ist jedoch dahingehend flexibel, mit welcher Kombination der Anlageklassen das zuvor eingegrenzte maximale Risiko erreicht wird. In der Konsequenz konnte in der jüngsten Marktphase unattraktiver Anleiherenditen und nachgebender Kurse am Bondmarkt die Gewichtung wertstabiler Aktientitel innerhalb des Fonds angehoben werden, was der Performance sehr gut tat: Im Gesamtjahr 2013 verzeichnete der Nordea 1 – Stable Return Fund eine Wertentwicklung von +7,12 Prozent – eine Rendite, die ihn in seiner Vergleichsgruppe ausgewogener Mischfonds ganz vorn platziert sein lässt. Und das Beste daran: Das Ziel möglichst geringer Kursschwankungen konnte trotzdem erreicht werden: Mit einer aktuellen Ein-Jahres-Volatilität von 4,08 Prozent weist das Nordea-Produkt ein ausgezeichnetes Risikoprofil im Vergleich mit seinen Mitbewerbern auf, deren „Vola“ meist zwischen sechs und sieben Prozent angesiedelt ist.

Fazit:

Durch seinen besonderen Investmentansatz gelingt es dem Nordea 1 – Stable Return Fund, einen langfristig attraktiven Ertrag unter nur geringen Kursschwankungen zu erwirtschaften. Obwohl die Anlagestrategie dem Begriff des Risikos einen zentralen Stellenwert einräumt, ist sie nicht mit einer Risk-Parity-Strategie zu verwechseln. Während bei dieser das Risiko lediglich am Ende des Investmentprozesses überprüft und allen Assetklassen eine gleich hohe Risikogewichtung zugewiesen wird, ist der Nordea-Fonds mit seinem Konzept der Risikobegrenzung flexibler. Ein zuvor bestimmtes Risikobudget ist der Fixpunkt der Anlagestrategie, kann jedoch durch unterschiedliche Kombinationen der einzelnen Anlageklassen ausgeschöpft werden. Im Ergebnis zeigt sich die Strategie dem vor allem mathematisch optimierten Risk-Parity-Modell überlegen: Hatten die auf ein Risikogleichgewicht fokussierten Mischfonds in Zeiten steigender Zinsen zumeist attraktive Erträge erwirtschaften können, geraten sie nun in Zeiten des Niedrigzinses in Bedrängnis. Nicht so das flexiblere Anlagemodell des Nordea-Fonds: Die breite Streuung des Portfolios über schwankungsarme Aktien, erstklassige Anleihen sowie Hypothekenpapiere sorgt auch in der aktuellen Börsenphase für attraktive Erträge. Trotz seiner überzeugenden Risikostruktur liegt der Nordea-Fonds im Renditevergleich mit seinen Mitbewerbern im Sektor der ausgewogenen Mischfonds vorn.

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