Gerd Bennewirtz-Wissen-Anleger-Analyse-Derivate: Was sind und was bewirken Derivate in Fonds?

26. Januar 2012 von um 21:20 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Gerd Bennewirtz-Wissen-Anleger-Analyse-Derivate: Was FondsInvestoren, Sparer und Privatanleger aktuell interessiert! Die FondsFrage heute, die im Zusammenhang mit Derivaten steht: Was sind und was bewirken Derivate in Fonds?Die Dosis macht das Gift“, erklärt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline aus Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss. „Das wusste schon Paracelsus. Im Grundsatz gilt das für jede Anlageklasse, aber in besonderem Maße für Derivate.“

Liebe FondsBlogger, Derivate (engl. Derivatives) sind Kontrakte, die sich auf Basiswerte wie Anleihen, Aktien oder Rohstoffe beziehen. Nach Art und Fälligkeit des Kontrakts unterscheidet man Futures (Termingeschäfte), Optionen (Hebelgeschäfte), Zertifikate (Kursgeschäfte) und Swaps (Tauschgeschäfte). Derivate kosten oft nur den Bruchteil des Basiswertes, vollziehen aber dessen Preisentwicklung vollständig mit. Beispiel: Ein Future hat einen Kontraktwert von 150.000 Euro. Als Sicherheitsleistung (initial margin) werden 10.000 Euro verlangt. Daraus ergibt sich ein Hebel von 15. Steigt der Basiswert um 10 Prozent, gewinnt der Anleger 150 Prozent. Allerdings: Nach unten wirkt der Hebel genauso.

2011 hat die Derivate-Branche mehr als 1,7 Millionen neue Derivate auf den Markt gebracht. Damit hat die Branche das Emissionstempo im vergangenen Jahr noch einmal drastisch erhöht: Im Jahr 2010 waren knapp 800.000 neue Produkte auf den Markt gekommen, 2009 rund 515.000. Zum Vergleich: Laut SJB besitzen aktuell rund 6.800 Investmentfonds den gesetzlichen Status eines Sondervermögens und eine Vertriebserlaubnis für Deutschland. Diese Flut der Derivate wurde bislang begünstigt durch eine wenig ausgeprägte Regulierung.

In der Regel reicht für ein Derivat ein genehmigter Rahmenprospekt, innerhalb dessen die emittierenden Banken ohne großen Aufwand auch im Tagesverlauf stets neue Zertifikate in den Handel bringen können. Kosten fallen dafür, anders als zum Beispiel bei Fonds, so gut wie keine an. Der Emissionsprozess ist bei vielen Banken zudem mittlerweile derart standardisiert, dass die Emission vieler tausend Produkte ohne großen Personalaufwand bewältigt werden kann.

Der Großteil der Emissionen erfolgt im hochspekulativen Segment der Hebelpapiere. Mit 880.000 neu emittierten Knock-out-Produkten entstammen mehr als die Hälfte aller Emissionen einer Produktkategorie, bei der die Laufzeit sofort endet, wenn der Kurs des Basiswerts eine bestimmte Kursschwelle unter- oder überschritten hat. Weitere 420.000 Emissionen waren Optionsscheine, die ebenfalls hochspekulativ sind. Nicht selten sind Produkte, die schon auf Indexbewegungen um wenige Promille hin wertlos verfallen. Folge: Die Banken emittieren neue Produkte.

Im Vertrieb der Derivate für private Anleger dominieren die Filialbanken. Sie haben nach Angaben des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) einen Marktanteil von mehr als 82 Prozent. Das Filialnetz bietet vor allem Vorteile als Absatzkanal für Zertifikate. Der Marktführer DZ Bank nutzt laut FAZ die Volks- und Raiffeisenbanken, die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Hypovereinsbank/Unicredit greifen auf ihre eigenen Filialen zurück. Diese Vertriebswege für Derivate werden in Zukunft wohl anders aussehen.

Die EU-Staaten haben den Weg zu einer Einigung über stärkere Kontrollen des Handels mit spekulativen Finanzprodukten in der Europäischen Union geebnet. Die EU-Finanzminister räumten den Konflikt über die Zuständigkeiten von nationalen Aufsichtsbehörden und der europäischen Börsenaufsicht ESMA aus. Die gemeinsame Position dazu werde den Abschluss der Verhandlungen von Mitgliedstaaten und Europäischem Parlament hoffentlich voranbringen, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Brüssel.

SJB Fazit von Gerd Bennewirtz: Nach dem schwachen Markt für Aktien im Sommer 2011 haben viele Derivate private Anleger enttäuscht. Zudem zweifeln die Anleger wieder verstärkt die Bonität der emittierenden Banken an. Die entsprechenden Risikokennziffern sind 2011 wieder deutlich gestiegen. Derivate sind keine Investmentfonds mit dem Insolvenzschutz eines Sondervermögens, sondern überwiegend Schuldverschreibungen. Im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Emittenten sind sie wertlos.

Welche Vorteile haben Derivate für private Anleger? Werden einem Portfolio in einer individuell festzulegenden Gewichtung Derivate beigemischt, verringert sich das Verlustrisiko des Depots der Anleger. Der Grund: Derivate können jede nur denkbare Zukunftsentwicklung darstellen und sich von schwachen Wertpapiermärkten abkoppeln. Modernen UCITS-Fonds hat der deutsche Gesetzgeber diese Möglichkeit explizit eingeräumt. Die Fonds sichern sich durch Derivate beispielsweise gegen Währungsschwankungen ab. Dazu gehören auch die Fonds der SJB Liquidität. Zum Beispiel diese Geldmarktfonds: UBS Money Market – AUD (australischer Dollar, WKN 972219, ISIN LU0066649970), Allianz Pimco Money Market $ (US-Dollar, WKN 974293, ISIN LU0057107152), Pictet CHF Liquidity (schweizerische Franken, WKN 675161, ISIN LU0128498697).

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag!

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