Gerd Bennewirtz-Wissen-Investoren-Globale-Fonds-Lateinamerika: Ist Lateinamerika ein Partner für Europa?

03. März 2012 von um 14:00 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Gerd Bennewirtz-Wissen-Investoren-Globale-Fonds-Lateinamerika: Was FondsInvestoren, Sparer und Privatanleger aktuell interessiert! Die FondsFrage heute, die im Zusammenhang mit Lateinamerika-Fonds steht: Ist Lateinamerika ein Partner für Europa? „Es war in dem Jahr, als Griechenland den Euro einführte, mit Wertpapiermitteilung und Siegel“, sagt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline aus Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss. „2001 versank Argentinien im Staatsbankrott. Aus dem Umgang mit Anleihen des zweitgrößten Landes in Lateinamerika, können Investoren aus Europa viel lernen.“

Liebe FondsBlogger, gibt es Parallelen zwischen Lateinamerika und Europa? Bis vor kurzem hätten Investoren das kaum geglaubt. Und doch sehen wir 2012 Szenen in Athen, die 2001 auch in Buenos Aires zu erleben waren. Rund 20 Prozent der Argentinier waren 2001 arbeitslos, 20 Prozent der Griechen sind es heute. Die Wirtschaft in  Griechenland dürfte 2012 um mindestens 4,4 Prozent schrumpfen, so wie die in Argentiniens 2001. Die Schuldenquote Argentiniens verdoppelte sich von 1993 bis Ende 2001 auf 64 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Knapp 80 Prozent seiner Exporterlöse musste Argentinien laut SJB Research zur Bedienung von Auslandsschulden aufwenden. Klassisches Kernproblem in Argentinien wie in ganz Lateinamerika war die Währung. Argentinien hatte 1991 den Peso eins zu eins an den US-Dollar gekoppelt. Nur zehn Jahre später war der Peso so überbewertet, dass die Regierung den Wechselkurs freigab. Der Peso stürzte von einem US-Dollar bis auf unter 30 US-Cent. Wirtschaftliche Ungleichgewichte zwischen Ländern gleichen sich normalerweise über den Wechselkurs aus. Die Währung schwächerer Länder sind im Vergleich weniger Wert, was aber den Exporten hilft. Die heimischen Produkte können auf dem Weltmarkt mit „Währungs-Rabatt“ angeboten werden. Obwohl nominell gleich viel wert, müsste der griechische Euro gegen den deutschen Euro bis zu 60 Prozent abwerten.

Private Investoren, die griechische Anleihen halten, verzichten durch den geplanten Schuldenschnitt auf 70 Prozent des ursprünglichen Werts. Als Argentinien 2005 seine Umschuldung betrieb, sollten Investoren sogar auf rund 75 Prozent ihrer Ansprüche verzichten. Wer nicht tauschte, sollte leer ausgehen. Deutsche Investoren klagten gegen Argentinien. Viele der Verfahren sind heute noch anhängig. Nach einem Umschuldungsangebot 2010 hatte sich das Land in Lateinamerika mit rund 92 Prozent der privaten Investoren geeinigt. Doch es gilt: Solange nicht alle Forderungen beglichen sind, kann Argentinien kaum an die internationalen Kapitalmärkte zurückkehren. Investoren, die griechische Anleihen halten, erhalten nach neuer Wertpapiermitteilung noch schlechtere Auskunft. Anders als in Argentinien ist eine wirtschaftliche Erholung derzeit nicht absehbar, und 90 Prozent der Anleihen haben als Gerichtsstand Griechenland.

Auch in Argentinien griff der Internationale Währungsform (IWF) ein. Kurz vor dem Bankrott schnürte der IWF ein milliardenschweres Kreditpaket. Doch unmittelbar vor dem Staatsbankrott legte der damalige IWF-Chef Horst Köhler eine Auszahlungstranche über 1,3 Milliarden US-Dollar auf Eis. Argentinien hatte sich nicht an vereinbarte Kürzungen gehalten. Die Argentinier hatten noch rasch Peso eins zu eins in US-Dollar getauscht und lagerten sie auf Dollarkonten.

Doch im Dezember 2001 fror die Regierung alle Konten ein. Bürger durften nur noch 250 Peso in der Woche abheben, der Rest musste per Überweisung laufen. Guthaben in Höhe von mehr als 45 Milliarden US-Dollar wurden zwangsweise auf Peso umgestellt, der daraufhin abwertete. Für Argentinien markierte der Staatsbankrott den Neuanfang, beflügelt durch einen Exportboom. Anziehende Sojapreise und die Nachfrage aus China halfen. 2011 wuchs die Wirtschaft in Argentinien um mehr als acht Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt aktuell bei rund sieben Prozent.

Das Land mit den besten Aussichten in Lateinamerika ist Brasilien. Das mit rund 195 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika profitiert besonders von der schnellen, rohstoffintensiven Industrialisierung, dem Bevölkerungswachstum und den steigenden Pro-Kopf- Einkommen in den Schwellenländern. Wie in vielen Ökonomien in Lateinamerika ist China laut SJB mit einem Anteil von 15 Prozent Brasiliens größter Exportmarkt. Brasilien ist kein „reiner“ Exporteur von Rohstoffen, sondern mittlerweile recht gut diversifiziert. Die Exporte von Gütern des verarbeitenden Gewerbes machen rund 40 Prozent aus, davon 14 Prozentpunkte High-Tech. Auch Brasilien hat in Lateinamerika eine besondere Schuldengeschichte. Studien zufolge stellte Brasilien von 1824 bis 2010 sieben Mal die Zahlungen auf seine Anleihen ein.

SJB Fazit von Gerd Bennewirtz: Bietet Lateinamerika Chancen für Investoren aus Europa? Ja, vor allem Brasilien. Das Leistungsbilanzdefizit wird vollständig durch ausländische Direktinvestitionen finanziert, was die Schulden nicht erhöht. Die Nettoverschuldung liegt bei Null. Die fünf wichtigsten Exportgüter Eisenerz, Öl und Brennstoffe, Transportausrüstungsgüter (Flugzeuge), Soja sowie Zucker und Ethanol treffen auf eine weltweite Nachfrage. Brasilien verfügt über mehr freie landwirtschaftliche Nutzflächen als die beiden nächstfolgenden Länder zusammen. Die kürzliche Entdeckung so genannter „Pre-Salt-Lagerstätten“ für Öl könnte Brasilien laut nachgewiesenen Ölreserven von Platz 15 auf Platz 5 vorrücken lassen. Es scheint ein Jahrzehnt für Lateinamerika zu werden. Passende Fonds dazu sind zum Beispiel der Amundi Funds Equity Latin America (WKN A0DNS3, ISIN LU0201575346) mit Domizil in Luxemburg und der Magna Latin American Fund (WKN A1CZH9, ISIN IE00B3QHJ640), aufgelegt im irischen Dublin.

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag!

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