FondsAnbieter- J.P. Morgan Asset Management: Drei Argumente für Unternehmensanleihen

04. August 2016 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- J.P. Morgan Asset Management: Ein Marktkommentar von Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt

Moderates Wirtschaftswachstum und niedrige Inflation: Dieses Marktumfeld hat sich im bisherigen Jahresverlauf 2016 als positiv für europäische Unternehmensanleihen höherer Bonität – also mit „Investment Grade“-Rating – erwiesen. Neben dem vorteilhaften makroökonomischen Umfeld hat insbesondere auch eine Ankündigung der Europäischen Zentralbank vom März dieses Jahres dieser Assetklasse Auftrieb gegeben: Es wurde beschlossen, das bestehende Kaufprogramm für Staatsanleihen von 60 Milliarden Euro pro Monat auf 80 Milliarden Euro pro Monat auszuweiten und neben Staatsanleihen nun auch Investment Grade-Unternehmensanleihen (ex Banken) zu erwerben. Als Folge ist die durchschnittliche Rendite inzwischen unter die Marke von 1 Prozent gefallen und rund 10 Prozent des Universums rentiert sogar negativ.

Diese Entwicklung wirft natürlich die Frage auf, ob Euro-Investmentgrade-Unternehmensanleihen auf diesem Niveau überhaupt noch attraktiv sind, oder ob die Investoren besser nach Alternativen Ausschau halten sollten? Wir sind aus drei Gründen weiterhin positiv für diese Anlageklasse:

Erstens hat das „Leave“-Votum des EU-Referendums in Großbritannien die Sorgen um negative Folgen für das Wirtschaftswachstum verstärkt. Als Folge dessen sind die Erwartungen für zukünftige Zinserhöhungen kollabiert, sodass die Durationsrisiken für die nähere Zukunft moderat sind.

Zweitens verschiebt sich die Angebots-Nachfrage-Balance mit dem Eintritt der Europäischen Zentralbank im Unter­nehmensanleihenmarkt zunehmend zugunsten der Nachfrageseite. Wird das aktuelle Kauftempo beibehalten dürfte die EZB in zwei Jahren schon rund 10 Prozent aller in EUR notierten Unternehmensanleihen halten. Innerhalb dieses Segments sehen wir dabei eine immer größere Kluft in der Wertentwicklung zwischen Anleihen, die von der EZB gekauft werden können und Anleihen, die für das Kaufprogramm nicht zur Verfügung stehen. Neben der Zentralbank sind jedoch auch die Zuflüsse in die Publikumsfonds seit Februar wieder positiv geworden.

Die positiven Nachfrageeffekte werden etwas gebremst durch die steigenden Anleiheemissionen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die niedrigen Zinsen am Anleihenmarkt für günstige Refinanzierungen und Akquisitionen. Im Finanzsektor erwarten wir den stärksten Anstieg im Finanzierungsbedarf, während die Netto-Emissionen im Industriesektor sogar negativ werden könnten.

Der dritte Grund, weshalb nach unserer Einschätzung Euro-Investmentgrade-Unternehmensanleihen immer noch attraktiv sind, ist das relativ geringe Kreditrisiko: Die Gewinne der Unternehmen in der Eurozone sollten nach dem Rückgang in den letzten 2,5 Jahren in der zweiten Jahreshälfte wieder im niedrigen zweistelligen Bereich ansteigen, wodurch die Schuldendienstfähigkeit weiter gestärkt wird. In Europa sehen wir im Gegensatz zu den USA noch nicht den Trend, die niedrigen Anleihenrenditen zu nutzen, um mit zusätzlicher Fremdkapitalaufnahme Aktienrückkäufe zu finanzieren.

In der Summe sprechen die anhaltend niedrigen Zinsen, die Nachfrage von der EZB und Privatanlegern und eine sich verbessernde Gewinnsituation der Unternehmen für EUR-Investment-Grade Unternehmens­anleihen: Die Anleger werden aktuell mit einem Risikoaufschlag von 1,3 Prozent gegenüber Staatsanleihen immer noch angemessen kompensiert.

Tilmann Galler, Executive Director, CEFA/CFA, arbeitet als globaler Kapitalmarktstratege für die deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Als Teil des globalen „Market Insights“-Teams, erstellt und analysiert er auf Basis von umfangreichem Research Informationen rund um die globalen Finanzmärkte und leitet Implikationen für Investmentstrategien ab. Er verfügt über 15 Jahre Berufserfahrung in der Finanzbranche und war zuvor unter anderem auch als Portfolio Manager tätig.

Das genutzte Chart  basiert auf dem aktuellen Guide to the Markets, einer umfangreichen und aktuellen Sammlung von Marktdaten, die ein vielfältiges Spektrum rund um Anlageregionen, Investmentthemen und die Entwicklung verschiedener Anlageklassen aufzeigt. Um einen objektiven Blick auf die Ereignisse an den weltweiten Finanzmärkten zu ermöglichen, sind die Publikationen der Guide to the Markets Reihe frei von jeglicher „Hausmeinung“ von J.P. Morgan Asset Management.

Der vollständige und aktuelle Guide to the Markets sowie weitere Dokumente stehen Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.jpmorganassetmanagement.de/DEU/MarketInsights

Die Market Insights App bietet darüber hinaus eine interaktive Version des Guide to the Markets ergänzt um weitere Dokumente des Programms, aktuelle Marktkommentare und Videos. Weitere Informationen finden Sie hier: http://go.jpmchase.net/YqJ

Wichtige Hinweise:

Bei diesem Dokument handelt es sich um Informationsmaterial. Sämtliche Prognosen, Zahlen, Einschätzungen und Aussagen zu Finanzmarkttrends oder Anlagetechniken und -strategien sind, sofern nichts anderes angegeben ist, diejenigen von J.P. Morgan Asset Management zum Erstellungsdatum des Dokuments. J.P. Morgan Asset Management erachtet sie zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt, übernimmt jedoch keine Gewährleistung für deren Vollständigkeit und Richtigkeit. Die Informationen können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. J.P. Morgan Asset Management nutzt auch Research-Ergebnisse von Dritten; die sich daraus ergebenden Erkenntnisse werden als zusätzliche Informationen bereitgestellt, spiegeln aber nicht unbedingt die Ansichten von J.P. Morgan Asset Management wider. Die Nutzung der Informationen liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorgan Chase & Co und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs- und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Zudem werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: http://www.jpmorgan.com/pages/privacy. Herausgeber in Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.à r.l., Frankfurt Branch, Taunustor 1, 60310 Frankfurt.

 

jpmJPM. Hintergründig.
JP Morgan Asset Management gehört zu JP Morgan Chase & Co. Gegründet 1799 in den USA. Verwaltetes Vermögen: 1,3 Bill. US-Dollar, davon in Deutschland 15 Mrd. US-Dollar. Fonds in Deutschland: über 160. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter: über 700. Ständige Vertreter in Deutschland: Dr. Christoph Bergweiler, Michael Mewes und Jens Schmitt. Stand: 30.06.2015. SJB Abfrage: 30.09.2015.

https://www.jpmorganassetmanagement.de

 

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