Fonds-Anbieter: M.M. Warburg Invest: Tag der Entscheidungen: Ein Votum für Europa und für (etwas) höhere US-Zinsen

22. März 2017 von um 11:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter: M.M. Warburg Invest: Europa – und vor allem die Länder der Eurozone – können erst einmal durchatmen. Die Wähler in den Niederlanden haben ein deutliches Zeichen gesetzt und sich mit klarer Mehrheit für die Pro-Europa-Parteien ausgesprochen. Die Befürchtungen, dass bei einer möglichen Wahl des Rechtspopulisten Geert Wilders dieser die Niederlande mittels eines Referendums aus der Eurozone und der EU führen könnte, haben sich nicht bewahrheitet. Dies ist ein positives Signal für Europa, das umso mehr Gewicht hat, da die Wahlbeteiligung in den Niederlanden mit mehr als 80 Prozent der Wähler so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr war. Damit ist im “europäischen Superwahljahr” 2017 die erste Hürde erfolgreich gemeistert worden, denn immerhin finden in diesem Jahr mindestens drei Wahlen in EU-Gründerstaaten statt. Welche Rückschlüsse lassen sich für die nächsten Wahlen in Europa ziehen? Es wäre sicherlich voreilig, davon auszugehen, dass die Wahlchancen der eurokritischen Marine Le Pen vom Front National von der Wahl in den Niederlanden negativ beeinflusst würden. Allerdings ist auch bei den Umfragewerten für Frau Le Pen zu erkennen, dass sich diese in jüngster Zeit etwas verschlechtert haben.

Positive Meldungen kommen auch aus den USA. Die Federal Reserve hat erwartungsgemäß den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 0,75-1,00 Prozent erhöht. Die einfache Botschaft hinter dieser Entscheidung: die US-Wirtschaft läuft gut, die ökonomischen Risiken sind überschaubar. Die geldpolitische Wende in den USA schreitet also nur langsam voran, sodass das Risiko von größeren Verwerfungen am Rentenmarkt überschaubar bleibt.

Was bedeuten diese Entwicklungen für den Anleger? Das Wahlergebnis in den Niederlanden vermindert die politischen Unsicherheiten bis zur Frankreich-Wahl, ohne sie aber völlig aus dem Weg zu räumen. Dennoch dürften die Risikoabschläge, die europäische Aktien und Anleihen im Vergleich zu ihren US-Pendants aufweisen, etwas zurückgehen. Der ganze große Durchbruch – sprich Aufholeffekt bei den Bewertungskennzahlen – wird sich aber wohl erst nach der Frankreich-Wahl einstellen können. Gewinnt Marine Le Pen die Präsidentschaftswahl nicht, und darauf deutet im Moment vieles hin, dann wird es an den Börsen vermutlich schnell weiter nach oben gehen. Für den DAX ergibt sich beispielsweise auf Basis der aktuellen Gewinnerwartungen und KGVs ein Kurspotenzial von bis zu 12.800 Punkten. Geht man davon aus, dass das KGV wie im Frühjahr 2015 auf einen Wert von 15 ansteigt, sind sogar Kurse deutlich über der 13.000-Punkte-Marke erreichbar. An den Anleihemärkten stehen die Zeichen ebenfalls auf Entspannung. Die Wahl in den Niederlanden sollte dazu beitragen, dass die hohen Renditeabstände zwischen Staatsanleihen aus Deutschland und Frankreich bzw. Italien wieder abnehmen. Auch für die Schwellenländer bleibt unsere Einschätzung optimistisch. Der von der Citigroup berechnete Economic Surprise Index für die Schwellenländer ist auf einem so hohen Niveau wie zuletzt im Sommer 2010. Alles in allem ist das Umfeld für die Kapitalanlage also so gut wie lange nicht mehr. Bleiben negative Überraschungen bei der Frankreich-Wahl aus, steht einem erfolgreichen Anlagejahr 2017 nichts mehr im Wege.

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