Fonds-Anbieter M. M. Warburg: Frankreich-Wahlen: Das wohl wichtigste Ereignis des Jahres für die Kapitalmärkte

01. März 2017 von um 11:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter M. M. Warburg Bis zum ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April sind es noch mehr als acht Wochen hin und bis zur wohl entscheidenden Stichwahl am 7. Mai sogar noch zwei Wochen mehr, doch schon heute beeinflusst dieses Ereignis die Kapitalmärkte mehr als jede der letzten Twitter-Nachrichten von Donald Trump. Offenkundig wird dies an den schleichenden Kursverlusten französischer Staatsanleihen. Gegenüber zehnjährigen Bundesanleihen haben französische Staatspapiere mit der gleichen Laufzeit um 3,3 Prozentpunkte schlechter abgeschnitten. Auch die Kursentwicklung des französischen Aktienindex CAC 40 ist seit Jahresbeginn rund 3,6 Prozentpunkte schlechter als die des DAX. Wesentlicher Grund ist die Angst vor einem Wahlsieg von Marine Le Pen, die offen mit einer Wiedereinführung des Franc liebäugelt und ein Referendum über den Euro versprochen hat.

Hintergrund der Entwicklung sind die schlechten Erfahrungen der Anleger bei politischen Entscheidungen in der jüngsten Zeit. Da hilft es auch nicht, dass die Umfragewerte bezüglich des Ausgangs der Präsidentschaftswahlen in Frankreich eigentlich einen Erfolg von Marine Le Pen unwahrscheinlich erscheinen lassen. Denn das Vertrauen in die Wahlumfragen hat mit den letzten Ereignissen stark gelitten. Ein Referendum über die Zukunft Frankreichs im Euro bringt erhebliche Risiken mit sich, weil zum einen der normale Wähler die Folgen eines Euro-Austritts noch weniger abschätzen kann als die Politiker und zum anderen häufig noch andere Beweggründe für das Abstimmungsverhalten eine Rolle spielen, wie z.B. die Angst vor Zuwanderung. Selbst für Volkswirte und Kapitalmarktexperten sind die Auswirkungen eines Euro-Austritts kaum vorhersehbar, weil die genaue Ausgestaltung so viele Optionen bietet. Je genauer man sich mit den möglichen Szenarien beschäftigt, desto klarer wird jedoch, dass es sehr große wirtschaftliche Konsequenzen haben würde, die um ein Vielfaches stärker ausfallen würden als beim Brexit und selbst die Folgen des Zusammenbruchs von Lehman Brothers weit übertreffen würden, da das Finanzsystem innerhalb Europas sehr stark vernetzt ist. Bei aller Sorge um das Ausmaß der möglichen Folgen stimmt jedoch hoffnungsvoll, dass die Bevölkerung mit einem sich nähernden Referendum immer besser informiert werden würde. So bildete sich auch in Griechenland, das gegenüber Frankreich sicher wirtschaftlich noch stärker mit dem Rücken zur Wand stand, bei einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung die Erkenntnis heraus, dass es mit dem Euro doch besser ist als ohne ihn.

Für den Anleger stellt sich die Frage, wie die Märkte auf die Wahlen reagieren werden. Im Fall eines positiven Ausgangs der Präsidentschaftswahl werden die Aktienkurse wohl sprunghaft ansteigen. Dabei wird es zudem zu einer ausgeprägten Branchen-, Währungs- und Länderrotation weg von defensiven Investments in globalen Konsumgüterproduzenten hin zu französischen und südeuropäischen Finanztiteln kommen. Im Fall eines negativen Ergebnisses werden Gold und sehr sichere Staatsanleihen sowie Fluchtwährungen Kurssprünge machen.

Insgesamt hat die Frankreich-Wahl damit das Potenzial, sowohl in positiver Hinsicht als auch in negativer Hinsicht das Jahresperformanceergebnis der Kapitalanlage zu dominieren. Es kann daher sinnvoll werden, mutig zu agieren, wenn die Wahlumfragen mit einer ähnlich hohen Wahrscheinlichkeit wie heute eine Sieg eines gemäßigten Kandidaten wie Fillon oder Macron versprechen, auch wenn eine Restunsicherheit bestehen bleibt. Denn bei allen Sorgen darf nicht vernachlässigt werden, dass die Konjunkturdaten so günstig sind, wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

Kategorien: Anbieter. Berichten.
[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>