Fonds-Anbieter- GAM: Was die Märkte im Jahr 2017 bewegt – ein Ausblick der GAM-Experten

11. Januar 2017 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFonds-Anbieter- GAM: Das vergangene Jahr war vor allen eins: turbulent. Es war geprägt von zahlreichen, teilweise sehr überraschenden Ereignissen in Politik, Wirtschaft und an den Finanzmärkten. Daher fragen sich viele Investoren, welche Entwicklungen das gerade angebrochene Jahr prägen könnten und worauf sie besonders achten sollten. Aus diesem Grund geben Anlageexperten von GAM mit Investmentexpertisen aus unterschiedlichen Bereichen in den folgenden Kurz-Statements einen Ausblick auf das Jahr 2017 und erläutern, welche Ereignisse ihrer Einschätzung nach eine zentrale Rolle spielen dürften.

Vorhang auf für… Fed und EZB

  • Larry Hatheway, Chefökonom und Head GAM Investment Solutions

„Die Geldpolitik wird 2017 für die Finanzmärkte ein entscheidender Faktor sein. Die Zentralbanken stehen hier klar im Mittelpunkt“, sagt Larry Hatheway. Es stelle sich die Frage, wie die US-Notenbank (Fed) auf die milliardenschweren Infrastrukturpläne des designierten US-Präsidenten Donald Trump reagieren werde. Außerdem sei noch unklar, wie weit Fed-Präsidentin Janet Yellen und ihre Kollegen angesichts der guten Beschäftigungszahlen die Geldpolitik an eine fiskalische Expansion in den USA anpassen werden. In Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) bereits eine leichte Drosselung ihrer künftigen Wertpapierkäufe angekündigt. „Sofern das Wachstum robust bleibt und höhere Ölpreise die Inflation in der Eurozone ankurbeln, würden die Entwicklungen in den USA und Europa die Ausrichtung auf weltweit höhere Anleihenrenditen rechtfertigen. Es bleibt abzuwarten, ob eine heftige Marktreaktion oder Schlimmeres vermieden werden kann, wenn beide Zentralbanken ihre Geldpolitik straffen“, so Hatheway.

Richtungswahlen entscheiden über die Zukunft Europas

  • Charlie Hepworth, Investment Director des Multi Asset Class Solutions Team von GAM

„Das Jahr 2016 war ohne Zweifel ein Jahr der politischen Schocks und endete bezeichnender Weise mit der Niederlage des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi bei seinem Reformreferendum. Wer dachte, dass 2016 an überraschenden politischen Wendungen kaum zu überbieten sei, könnte 2017 eines Besseren belehrt werden: In den Niederlanden, Frankreich und Deutschland stehen Parlamentswahlen an – in diesen Ländern werden fast 40 Prozent des gesamten europäischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet“, so Charlie Hepworth. Starke Stimmengewinne nationalistischer Parteien bei diesen Wahlen könnten den europäischen Traum erschüttern, und selbst das Aus des Euro ist dem Experten zufolge im ungünstigsten Fall nicht auszuschließen.

Frankreich am Scheideweg – Republikanische Wirtschaftsreformen oder Populismus?

  • Niall Gallagher, Investment Director für europäische Aktien

„Die französischen Präsidentschaftswahlen haben aus unserer Sicht zentrale Bedeutung. Ein Wahlsieg von François Fillon könnte den längst überfälligen strukturellen Wandel in der Wirtschaft bringen“, erklärt Niall Gallagher. Trotz der weitverbreiteten Negativ-Meinungen sei Frankreich allerdings eine höchst produktive Volkswirtschaft, die bedeutende technologische Innovationen erbringe. Zudem sei das Bildungssystem hervorragend. Übermäßige Regulierung, Bürokratie und überhöhte Steuern seien jedoch hinderlich. „Jeder Schritt, der die Steuerlast und den staatlichen Einfluss verringert und das Leben für Unternehmer und Wertschöpfer leichter macht, könnte das Wirtschaftswachstum in Frankreich, der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas, stärken“, analysiert Gallagher.

  • Enzo Puntillo, Head of Fixed Income in Zürich

Im Gegensatz zu anderen populistischen Parteien in Europa, scheine Marine Le Pen von der Front National eine klare politische Agenda zu haben. Laut Enzo Puntillo würde ein Wahlsieg der Politikerin die Gefahr bergen, dass Frankreich aus der Eurozone herausgerissen wird. „Würde Frankreich aus der Eurozone ausscheiden, hätte das nicht nur verheerende Auswirkungen auf Europa. Der Abwertungstrend des Euro gegenüber dem US-amerikanischen Dollar könnte weiter an Fahrt gewinnen, was Auswirkungen auf alle Investments hätte, die sensibel auf den Dollarkurs reagieren“, erläutert der Experte.

Unsicherheit über künftigen Kurs der USA

  • Tim Haywood, Investment Director für festverzinsliche Absolute-Return-Strategien

Vergleiche zwischen der Amtszeit von Ronald Reagan und der beginnenden Präsidentschaft von Donald Trump rufen bei Tim Haywood Bedenken hervor: „Die ‚Visionen‘ beider Politiker sind möglicherweise ähnlich. Doch als Reagan Präsident wurde, bewegten sich die Anleiherenditen auf einem Allzeithoch und die Kurse entsprechend auf einem Allzeittief. Vor dem Start der Trump-Administration ist es genau anders herum“, erläutert Haywood. Während Reagan zu Beginn der größten Aktienhausse der jüngeren Geschichte regierte, werde die erste Amtszeit von Trump wohl von steigenden Zinsen geprägt werden. Zudem trieben Sorgen um eine deutlich schnellere Straffung der US-Zinsen die Kreditmärkte um: „Das Problem passiver Anlagen besteht darin, dass die entsprechenden Indizes nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Das heißt, dass die Emittenten mit den meisten ausstehenden Anleihen die bedeutendsten Indexkomponenten sind. Und nachdem die Renditen mittlerweile so weit gesunken sind, verfügen einige Emittenten über sehr wenig Spielraum, um einen schnellen Zinsanstieg abzufangen“, so Haywood.

Japan: Auftrieb für den Arbeitsmarkt

  • Reiko Mito, Portfoliomanagerin für japanische Aktien

„Die japanische Regierung plant derzeit einer Reihe von Arbeitsmarktreformen. So soll erstens die steuerliche Ehegattenvergünstigung überarbeitet werden, denn momentan haben Frauen in Teilzeitbeschäftigung keinen Anreiz, mehr als eine bestimmte Stundenanzahl zu arbeiten. Zweitens sollen Steuervergünstigungen für die Beschäftigung von Au-pairs eingeführt werden, damit berufstätige Mütter eher Au-pairs einstellen. Außerdem sollen ausländische Au-pairs einen leichteren Zugang zum japanischen Arbeitsmarkt bekommen. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die demografischen Probleme in Japan zu lindern“, sagt Mito.

Energie: Sanktionen gegen den Iran und der Ölpreis

  • Roberto Cominotto, Investment Director für Energieaktien

Nach der Aufhebung der Sanktionen im Januar 2016 hat der Iran seine Ölproduktion kräftig angekurbelt. Das von den USA angeregte Atomabkommen wurde von Präsident Barack Obama ohne Zustimmung des republikanischen Kongresses unterzeichnet und wird von Donald Trump scharf kritisiert. Eine Mehrheit der Republikaner ist für eine Wiederaufnahme der Sanktionen gegen den Iran oder zumindest für Neuverhandlungen des Atomabkommens. „Eine solche Entwicklung könnte die Ölförderung im Iran erheblich beeinträchtigen, während das Angebot am Markt ohnehin knapper wird. Dies würde zu höheren Ölpreisen führen“, erläutert Roberto Cominotto.

Weichen im US-Gesundheitssystems werden neu gestellt

  • Christophe Eggmann, Investment Director für Healthcare-Aktien

Der Fokus im Bereich Healthcare-Investments richtet sich auf die USA. „Es besteht eine gewisse Unsicherheit darüber, wie der Mechanismus zur Aufhebung der Krankenversicherung für rund 20 Millionen Menschen aussehen soll“, so Eggmann. „Tom Price, der voraussichtliche Gesundheits- und Sozialminister der Trump-Administration, hat jedoch einen Plan. Sein ‚Empowering Patients First Act‘ soll die Versicherungsdeckung in eine fundamental andere Richtung lenken: Die obligatorische Versicherung und medizinische Versorgung soll durch einen marktwirtschaftlichen Ansatz ersetzt werden. In diesem Stadium lässt sich schwer sagen, wer die Gewinner und Verlierer sein werden. Wir erwarten aber nicht, dass diese Reformen den Lebensnerv der Branche gefährden. Venture Capital wird wohl auch weiterhin den Innovations- und Produktzyklus antreiben.“

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Über GAM

GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Unter den beiden Marken GAM und Julius Bär Fonds bietet sie aktive Anlagelösungen und  produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt etwa 1 000 Mitarbeitende in 11 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt.

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