SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll die Deutsche Bank Staatshilfen bekommen?

29. September 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll die Deutsche Bank Staatshilfen bekommen? „Investoren machen sich derzeit ernste Sorgen um die Deutsche Bank, und dies völlig zu Recht: Das größte deutsche Geldhaus sieht sich in den USA mit einer Strafforderung von umgerechnet 12,5 Milliarden Euro wegen illegaler Geschäfte im Umfeld der US-Hypothekenkrise konfrontiert, doch der gesamte Börsenwert des kriselnden Bankhauses beträgt auf dem aktuellen Kursniveau gerade einmal 14,9 Milliarden Euro,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen beim Sorgenkind der deutschen Bankenszene zusammen. „Da noch weitere Strafen wegen Kursmanipulationen im Devisenbereich sowie Geldwäsche in Russland drohen, könnte der komplette Börsenwert der Deutschen Bank vollständig ausgelöscht werden. Soll in diesem Fall der deutsche Steuerzahler der größten Bank des Landes an die Seite springen und die Deutsche Bank mit Staatshilfen gerettet werden? Eine klare Meinung zu diesem kontroversen Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, gerade einmal 5,5 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank für mögliche Strafen aus Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt, doch alleine 14 Milliarden US-Dollar (rund 12,5 Milliarden Euro) beträgt die Strafe, die ihr in den USA wegen illegalem Geschäftsgebaren im Umfeld der Hypothekenkrise 2008 droht. Ist die Deutsche Bank, der in zahlreichen weiteren Prozessen Strafen in noch unbekannter Milliardenhöhe drohen, also in ihrer Existenz gefährdet? Hier reicht ein Blick auf die aktuelle Aktienkursentwicklung, um diese Frage mit „Ja“ zu beantworten.

Um 53 Prozent ist der Aktienkurs des größten deutschen Geldhauses seit Jahresbeginn gefallen, die Aktie hat sich damit mehr als halbiert. Erst am Dienstag wurde ein neues Allzeittief von 10,18 EUR erreicht, das Papier der Deutschen Bank, das schon mehr als 100 EUR kostete, könnte bald für einen einstelligen Eurobetrag zu haben sein. Anleger sind massiv verunsichert, denn die Befürchtungen, dass die Rückstellungen des Dax-Konzerns für die drohenden Strafzahlungen bei Weitem nicht reichen werden, greifen immer weiter um sich.

Vorstandsvorsitzender John Cryan gibt zu, dass das Bekanntwerden der hohen Strafforderung aus den USA „für viel Unruhe gesorgt habe“. Doch Cryan wendet zum Thema Vergleichsverhandlungen um illegale Hypothekengeschäfte ein, dass von Anfang an klar gewesen sei, dass die Deutsche Bank diese Summe niemals zahlen werde. In solchen Verfahren würden die US-Ermittler üblicherweise mit höheren Forderungen einsteigen, als sie letztlich beschlossen werden. „Wir gehen davon aus, dass uns das Justizministerium genauso fair behandelt wie die amerikanischen Banken, die sich bereits verglichen haben“, bekräftigte Cryan und erwartet eine weit niedrigere Strafzahlung als die im Raum stehenden 14 Milliarden US-Dollar.

Insbesondere den Spekulationen um eine notwendige Kapitalerhöhung, die den Aktienwert der jetzigen Anteilsinhaber weiter verwässern würde, tritt Cryan entschieden entgegen: Diese Frage stelle sich derzeit nicht, betont der Brite, der sich kein frisches Geld am Markt besorgen will. Die Deutsche Bank erfülle schon jetzt „alle aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen“, habe „weitaus weniger Risiken in den Büchern als früher“ und sei „komfortabel mit freier Liquidität ausgestattet“.

Aktieninvestoren, aber auch die deutsche Regierung sind hier offensichtlich anderer Meinung. So wurde am Mittwoch bekannt, dass die Bundesregierung einen Rettungsplan für die Deutsche Bank vorbereitet. Im Ernstfall könnte sich der Staat demnach direkt mit 25 Prozent an der Bank beteiligen, um einen Kollaps zu vermeiden. Auch wenn das Finanzministerium noch dementiert: Bundesregierung und zuständige Finanzaufsichtsbehörden haben bereits einen Notfallplan für eine Schieflage der Deutschen Bank in der Schublade, aus dem die Wochenzeitung „Die Zeit“ Details verlautbaren ließ: Das Konzept soll in Kraft treten, falls die Deutsche Bank zusätzliches Kapital benötigt, um ihre zahlreichen Rechtsstreitigkeiten beizulegen – und sie sich diese Mittel nicht selbst am Markt besorgen kann.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll die Deutsche Bank Staatshilfen bekommen? Aber ist es überhaupt wünschenswert, dass die Deutsche Bank Nothilfen bei einer drohenden Insolvenz erhält? Meiner Meinung nach sollte die Deutsche Bank für ihre Fehler und illegalen Geschäfte der Vergangenheit vollständig selber geradestehen und nicht etwa das Geld der deutschen Steuerzahler nutzen. Wenn die Existenz des Geldhauses aufgrund der massiven Häufung krimineller Geschäftspraktiken nunmehr gefährdet ist, so muss die Deutsche Bank die Konsequenzen selbst tragen – denn was haben die deutschen Bürger mit Devisenkursmanipulationen, Geldwäsche-Skandalen und illegalen Hypothekengeschäften zu tun, die nun für hohe Strafforderungen sorgen? Ich hoffe sehr, dass Bundeskanzlerin Merkel und mit ihr die gesamte Bundesregierung hart bleiben und keinerlei Hilfsgelder an die Deutsche Bank fließen. Im Extremfall sollte vielmehr der europäische Abwicklungsmechanismus für notleidende Banken genutzt werden, der im Umfeld der Finanzkrise extra neu geschaffen wurde. Dann müssten Gläubiger und Aktionäre, aber eben nicht der Steuerzahler die entstehenden Kosten tragen.

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