Bennewirtz-SJB-Fonds-Spezialist-Anleger-Wissen-Tobin-Steuer: Was ist das?

11. August 2011 von um 23:54 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!SJB-Fonds-Wissen-Tobin-Steuer: Was Investoren, Sparer und Anleger aktuell interessiert! Die Wissensfrage heute, die im Zusammenhang mit Investmenfonds steht: Was ist eigentlich die Tobin-Steuer? Antworten von SJB FondsSkyline OHG 1989, FondsSpezialist Gerd Bennewirtz aus Korschenbroich.

Wie lassen sich die Finanzmärkte sinnvoll regulieren und Spekulationen wirkungsvoll eindämmen? 1936 hielt der Brite John Maynard Keynes eine „Verkehrssteuer auf alle Transaktionen“ für die brauchbarste Lösung. Der Amerikaner James Tobin übertrug 1972 das Prinzip auf internationale Devisengeschäfte.

Die Besteuerung der Transaktionen sollte die Liquidität im Markt senken und der Spekulation den Anreiz nehmen. Ein zweiter Regulierungsmechanismus lautete: Je länger die Fristigkeit, desto niedriger die Steuern. Auf diese Weise sollten wieder langfristige, realwirtschaftliche Entwicklungen die Wechselkurse der Währungen bestimmen. Tobin schlug ursprünglich einen Steuersatz von 1,0 Prozent vor, reduzierte diesen jedoch später auf 0,2 Prozent.

Das vereinfachte Beispiel zeigt, wie die Steuerprogression bei einem Satz von 0,2 Prozent pro Transaktion funktioniert: Wird der Betrag einmal monatlich transferiert, fallen 12 x 0,2 gleich 2,4 Prozent Steuern an. Einmal wöchentlich bedeutet 52 x 0,2 gleich 10,4 Prozent und einmal börsentäglich 52 x 5 x 0,2 = 52,0 Prozent Besteuerung. Im Vorwort zur Anthologie „Tobin Tax“ von 1996 berichtet Tobin, dass schon damals mehr als 80 Prozent der weltweiten Devisentransaktionen Rundläufer waren, die maximal eine Woche lang zwischen zwei Währungen hin und her pendelten.

Nach Berechnungen globalisierungskritischer Institute würde eine Steuer in Höhe von 0,01 Prozent auf alle Devisentransaktionen in der Eurozone rund 38 Milliarden US-Dollar und weltweit rund 125 Milliarden US-Dollar jährlich einbringen. Bislang wurde aber weder die Tobin-Steuer noch eine andere umfassende Finanztransaktionssteuer in die Wirklichkeit umgesetzt.

Der Bundesverband deutscher Banken benennt die offenen Fragen: Soll die Steuer länderübergreifend oder vor Ort erhoben werden? Für eine internationale Erhebung gibt es keinen Rechtsrahmen. Bislang hat nicht einmal die EU das Recht, eigene Steuern zu erheben. Bei einer nationalen Erhebung würde der Löwenanteil der 982 Milliarden US-Dollar schweren Devisenmärkte (Stand: 31. Dezember 2010) sechs Finanzplätzen zufallen: In London (34,1 Prozent), New York (16,6 Prozent), Zürich (6,1 Prozent), Tokio (6,0 Prozent), Singapur (5,8 Prozent) und Hongkong (3,4 Prozent) werden drei Viertel der weltweiten Devisentransaktionen abgewickelt.

Setzt die Steuer an der richtigen Stelle an? Ursache der Finanzkrise 2008 waren nicht kurzfristige Spekulationen, sondern die über Jahre aufgeblähten Derivatemärkte, insbesondere die mit Hypothekenkrediten unterlegten Collateralized Debt Obligations (CDO). Zum Vergleich: Das Transaktionsvolumen machte 2008 im Aktienhandel rund 2 Prozent des weltweiten BIP aus, im Devisenhandel 15 Prozent und im börslichen und außerbörslichen Derivatehandel 56 Prozent – too big to tax.

Die Tobin-Steuer kann ihre spekulationshemmenden Effekte nur in einem internationalen Rahmen entfalten, und dieser Rahmen ist nicht in Sicht. In diese Richtung zielt wohl auch die jüngste Mahnung von Ex-Bundesbankpräsident Ernst Welteke: „Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass die Ausschläge an den Finanzmärkten geringer werden. Das tut sie am besten mit einer Transaktionssteuer. Es sind die großen institutionellen Anleger, die handfeste Profitinteressen verfolgen. Hier muss die Politik ansetzen.“ Was ist schlecht an Profitinteressen? Sie müssen nur kontrolliert und ausbalanciert werden. Und das hat der Fiskus noch nie geschafft.

 

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