Bennewirtz-SJB-Fonds-Spezialist-Anleger-Wissen-Geschichte: Abraham van Ketwich

23. August 2011 von um 20:46 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!SJB-Fonds-Wissen-Abraham van Ketwich: Was Investoren, Sparer und Anleger aktuell interessiert! Die Wissensfrage heute, die im Zusamenhang mit Investmentfonds steht: Wie hieß der erste Investmentfonds? Das war doch der F&C Government Trust von 1868, oder? Es liegt nahe, den FondsGedanken mit der Industrialisierung und dem Eisenbahnbau in den USA zu verbinden. An eine Finanzkrise als Stimulus dachte niemand. Bis auf SJB Gründungsgesellschafter und FondsSpezialist Gerd Bennewirtz aus Korschenbroich erklärt die Hintergründe.

Der erste moderne Investmentfonds der Welt wurde im Juli 1774 von dem niederländischen Börsenhändler Abraham van Ketwich gegründet. Der Fonds hieß Eendracht Maakt Magt, deutsch: Eintracht macht stark. Ein Motto im doppelten Sinn: Zum einen tat sich eine beachtliche Zahl von Investoren zusammen, um die privaten Mittel zu bündeln und schlagkräftiger zu machen. Zur Subskription standen 2.000 Anteile, die offenbar allesamt einen Käufer fanden. Zum anderen greift der Name die Unabhängigkeitserklärung der Niederländischen Republik von 1588 auf.

Der Prospekt des „Eendracht Maakt Magt“, der in den Amsterdams erhalten geblieben ist, regelt in Artikel II die Verwendung der Investorengelder auf Grundlage von zehn Kategorien, die von dänischen Banken über holsteinische Zollstationen bis hin zu überseeischen Plantagen reichen. Dabei handelt es sich um Staats- und Unternehmensanleihen aus Österreich, Dänemark Deutschland, Spanien, Schweden, Russland und Kolonien in Zentral- und Südamerika. Die breite Streuung war eine Reaktion Ketwichs auf eigene Erfahrungen im Vorjahr der Gründung: Als 31-jähriger Händler in Amsterdam hatte Ketwich den Börsenkrach von 1773 erlebt.

Ketwichs Fonds investierte weltweit. Die Anlagerichtlinien sahen Investitionen in Europa, Süd und Mittelamerika sowie in den niederländischen Kolonien vor. Investiert wurde in festverzinsliche Anleihen, zum Beispiel in Schuldverschreibungen südamerikanischer Plantagen. Die Kosten waren moderat. Der Ausgabeaufschlag betrug einmalig 0,5 Prozent, die Managementgebühr 0,2 Prozent jährlich. Das Renditeziel lag bei 4,0 Prozent p.a. Nach Quellenlage wurde es Jahr für Jahr zuverlässig erreicht.

SJB Fazit. Gerd Bennewirtz. Die Streuung des Kapitals und deren schriftliche Fixierung in Anlagerichtlinien ist eine historische Leistung. Ketwichs Streuungsgebot hat in Deutschland Gesetzeskraft erlangt und wird nun von einer staatlichen Stelle, der BaFin, kontrolliert. Ketwich ist zu verdanken, dass es heute in Deutschland unmöglich ist, mit einem Fonds einen Totalverlust zu erleben, so wie er bei der Direktanlage in Aktien oder Anleihen möglich ist. Dies und ihr Status als Sondervermögen, der das Emittentenrisiko ausschließt, macht Fonds zur sichersten Anlageform Deutschlands.

 

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